Teil eines Werkes 
2. Theil (1826)
Entstehung
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Die Itloſter⸗Zelle. 63

in die fruͤhere Zeit, wo noch unbekannt mit den feuri⸗ gern Aufregungen des Mannsalters, ihre Tage un⸗ ſchuldig und leicht dahinſchwanden. In dieſen ſuͤßen und freundlichen Erinnerungen ward das Draͤngende des Augenblicks auf einige Zeit vergeſſen, und Stunde nach Stunde verfloß zum Staunen der Freunde in ſchneller Aufeinanderfolge. Endlich ſchlug die fruͤhſte Glocke neun. Der Liebende, den das augenblickliche Verlieren in entflohene Tage und ferne Gegenden doch nicht unachtſam fuͤr den Fortgang der wahren Zeit gemacht hatte, wußte, daß ob es gleich neun Uhr geſchlagen habe, doch eigentlich damit nur acht und ein halb gemeint ſey, indem nach der Gewohnheit der Belgiſchen Glockenſpiele, eine halbe Stunde ſtets vor⸗ aus angezeigt wird, ohnſtreitig aus irgend einem trif⸗ tigeren Grunde als dem naͤchſtliegenden, die Unachtſa⸗ men anzufuͤhren, und den wachſamen Buͤrger auf die Folter zu ſpannen.

Der Liebende ſprang von ſeinem Stuhle auf, und ſtoͤrte ſeinen Freund aus einem Traume von Heimath und Gluͤck. Dieſer erkannte jedoch bald die Urſache dieſer ploͤtzlichen Bewegung, und machte ſich bereit, ſeinen Freund ſo weit zu begleiten, als es mit der Schicklichkeit— wenn man dieſen Ausdruck in einem ſolchen Falle anwenden darf— und Klugheit in Be⸗ zug auf die Sicherheit ſeines Freundes vertraͤglich ſeyn wuͤrde. Noch war eine ganze halbe Stunde vor