Teil eines Werkes 
2. Theil (1826)
Entstehung
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48 Skizzen aus Belgten.

Es lag in dem Ausdrucke ihres Geſichts und in der ſichtlichen Pruͤfung ihres Blickes ein gewiſſes Etwas, das Schauder in ihm erregte. Sie war ohne Wider⸗ rede ſchoͤn, ihre Zuͤge regelmaͤßig und ſcharf; aber ſie war faſt todtenbleich, und ihre ſchwarzen Augen ſahen ſo unruhig und raſtlos umher, daß nur ein ſehr be⸗ wegtes Gemuͤth davon Urſache ſeyn konnte.

Der junge Amerikaner verlor nach und nach ſeine Verlegenheit, gewann aber ſeine Ruhe doch nicht wie⸗ der, denn die Gefuͤhle die ihn jetzt beſtuͤrmten, waren zu lebendig. Eitelkeit, wie ſie junge Seelen nur zu leicht verleitet, die es wiſſen, daß ihr Aeußeres nicht haͤßlich iſt, fing an auf die Empfindungen des Frem⸗ den lebhaft einzuwirken, und ſein Herz klopfte und ſein Kopf ſchwindelte, wenn er daran dachte, daß er in der Bruſt dieſer Nonne eine unbeſiegbare Liebe entzuͤndet habe. Das Bewußtſeyn, daß ſie ihre Blicke nur auf ihn gerichtet, und ſeinen Freund, der neben

ihm ſaß, nicht angeſehen habe, ſchmeichelte ihm in

doppelter Hinſicht, und da Selbſtliebe in ſeinem Her⸗ zen auf dieſe Art vorarbeitete, ſo wurden die Ein⸗ druͤcke, die er von außen her erhielt, noch lebhafter. Die Folge davon war, daß er ſich einbildete, ein le⸗ bendigeres und tieferes Intereſſe zu nehmen, als es in der That der Fall war, und indem er ſich dieſer Taͤuſchung hingab, zweifelte er nicht laͤnger an dem Da⸗