Städte und ltirchen.
„„Gott ſchuf das Land, und die Menſchen die Stadt.“* Cowper.
Die aͤußere Anſicht einer Stadt, und ihre naͤhere Unterſuchung blos als Kunſtprodukt, hat fuͤr mich nie den mindeſten Reiz gehabt. Die kalte Bewunderung, die wir Kuppeln, Thuͤrmen oder Saͤulen ſchenken, druͤckt uns mehr nieder, als ſie uns erheitert, wenn nicht irgend ein damit verknuͤpftes Gefuͤhlsband un⸗ ſer Intereſſe fuͤr einen dieſer Gegenſtaͤnde erregt. Ich kann vier Wochen durch eine fremde Landſtrecke kreuz und quer wandern, ohne Bekanntſchaften zu ſuchen, oder mich nach Geſellſchaft zu ſehnen. Die ſtets neu entquellenden Abwechſelungen der Natur geben dem Geiſte reichliche Beſchaͤftigung. Ein Tag aber, allein in einer Stadt zugebracht, iſt unertraͤglich. Es iſt die ſchlechteſte Art von Einſamkeit, denn ſie erzeugt Unzufriedenheit mit dem eigenen Verlaſſenſeyn, und Neid wegen des geſelligen Verkehrs, an welchem je⸗ der Andere Theil zu nehmen ſcheint. Wir troͤſten uns dann nicht mit der Betrachtung, die wir gar nicht einmal anſtellen, daß andere Reiſende auch von der⸗ ſelben Empfindung bedruͤckt werden. Und waͤre es auch


