Nattonal⸗Züge. 35
die Augen aufſchlug, wuͤnſchte er mir,«gut getraͤumt zu haben.» Ich verſicherte ihm, daß ich von alle dem was er mir mitgetheilt habe, ſehr erbaut ſey, und bezeugte ihm meine Verwunderung, uͤber das, was er geſprochen.
— Hm, mein Herr,— ſagte er mit einer wich⸗ tigen und ſehr folgerechten Miene,— die Sache iſt die, daß ich ein wenig aufpaſſe, mir alles wohl uͤber⸗ lege, und zuweilen leſe. Es macht mir ſtets ein gro— ßes Vergnuͤgen, einem Fremden Auskunft zu geben, wenn ich mit einem ſolchen zuſammentreffe. Dies hier iſt der goldne Arm, das beſte Wirthshaus in Ypern. Da will ich Sie abſetzen und Abſchied von Ihnen nehmen. Das einzige empfehle ich Ihnen nur noch an, nicht uͤber einen bis zwei Tage in dieſer Stadt zu bleiben, deren ungeſunde Luft ſo zum Spruͤch⸗ worte geworden iſt, daß man eine krankausſehende Per⸗ ſon durch ganz Flandern, einen Todtenkopf von Ypern nennt.— Leben Sie wohl!—
Ich erwiederte ſeine Hoͤflichkeit auf die ſeinen Er⸗ wartungen entſprechendſte Art, und wir ſchieden als die beſten Freunde von einander. Ich bekam ein treff⸗ liches Mittagseſſen, ſehr bequeme Wohnung und hoͤf, liche Aufwartung. Dann ging ich aus, mehr um mir den Abend zu vertreiben, als aus beſonderer Neu, gier, die Stadt zu ſehen. Ich ging um die Waͤlle, zu einem Thore hinaus, und zu einem andern wie⸗


