National⸗Züge. 33
belgiſchen Charakters ſind, ſo glaubt er Alles gethan zu haben. Wir wollen aber doch einmal die Sache unterſuchen, und ein wenig ruͤckwaͤrts blicken. Nach dem Untergange des roͤmiſchen Reichs theilte dieſes Land das allgemeine Schickſal. Von ſeinem eignen Volke verwuͤſtet und zerriſſen, entſtand in Belgien je⸗ ner Geiſt der Unruhe, und man kann wol ſagen, der Widerſpaͤnſtigkeit, der ſelbſt noch in unſeren Tagen fort⸗ dauert. Spaͤter kam dann die ſpaniſche Herrſchaft, und dieſe laſtete zu lange auf uns, um nicht Einfluß auf unſern Charakter zu haben, und wir muͤſſen ge⸗ ſtehen, daß nach Verlauf von dreihundert Jahren auch dieſe Farbe noch nicht ganz wieder weggewaſchen iſt. In dem Heldenkampfe gegen Spaniens Tyrannei, mußte Belgien, da es mit Holland gemeine Sache machte, in nahe Beruͤhrung mit dieſem Lande kommen. Religioͤſe Uneinigkeiten trennten Beide wieder, und es blieb uns von dieſer Vereinigung nichts zuruͤck, als eine ſtarke Doſis Geiz. Die Herrſchaft des Hauſes Oeſtreich, unſer Streben nach einer Unabhaͤngigkeit von kurzem Leben, die franzoͤſiſche Revolution und die endliche Geſtaltung unſeres Landes zu einem an⸗ erkannten, unabhaͤngigen Koͤnigreiche mußten natuͤrlich mehr oder weniger Einfluß auf Sitten und Charak⸗ ter des Volkes haben. Da es nun ſonach aus ſo verſchiedenen Elementen gebildet ward, traͤgt es einen Theil der Zuͤge an ſich, welche jede dieſer verſchiede⸗ 2**


