Teil eines Werkes 
2. Theil (1826)
Entstehung
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14 Skizzen aus Belgien.

ſicht nur darin beſtand, eine von mir noch unbeſuchte Gegend zu ſehen, ſo kuͤmmerte ich mich nicht darum, rechts oder links zu gehen, und da ich weder eine Reiſebeſchreibung noch Landkarte oder Fuͤhrer bei mir hatte, ſo ſchlug ich lediglich aus Zufall den Weg nach Poperingen, der naͤchſten Stadt an der belgiſchen Graͤnze, ein.

Naht man ſich den Graͤnzen eines uns noch un⸗ bekannten Landes, ſo giebt man natuͤrlich ſehr genau auf die unterſcheidenden Kennzeichen Acht, welche uns anzeigen, daß wir aus dem alten heraus ſind. We⸗ nigſtens erwarten wir, in den Eingebornen das ſtolze Bewußtſeyn einer Demarkationslinie zu finden, deren einer Seite ſie den Stempel ihrer heimathlichen An⸗ haͤnglichkeit eingepraͤgt haben, und auf deren anderer ſie ſich dem Eindringen von Fremden, wo es noͤ thig, auf's lebhafteſte entgegenſtellen. Eine verſtaͤndige Regierungspolitik wuͤrde gewiß ein ſolches ſich abſon⸗ derndes Gefuͤhl anfeuern, obgleich die Verſchiedenheit eben ſo unwirklich waͤre, als jene eingebildete Linie, welche die Weltkugel in zwei Haͤlften theilt. Die Na⸗ tional⸗Vorurtheile ſind eben ſo haſſenswerth, als National⸗Unterſchiede weiſe ſind. Voͤlker, welche durch einen See, einen Fluß, eine Bergkette, oder auch nur durch einen kleinen Bach, wie Spanier und Portugieſen, von einander getrennt ſind, zeigen ſich doch gaͤnzlich von einander in Charakter und Sitten