8 Slizzen aus Belgien.
verdampft in Poſſen oder Schlaͤgerei; der trunkne Bel⸗ gier iſt eben ſo dumm als thieriſch, er iſt nur eine gaͤhrende Biertonne. Der Geiz eines Hollaͤnders be⸗ ruht auf Berechnung, der eines Belgiers auf Betrug. Die heimlichen Prellereien auf den Straßen, die Quaͤ⸗ lereien der Blutſauger, die ſich an den Reiſenden haͤn⸗ gen, ſind muͤhſelig organiſirte Geſchaͤfte im Fache der Spitzbuͤberei. Ein pittoresker Straßenraͤuber oder ein ſentimentaler Beutelſchneider zeigt ſich nirgends. An⸗ derswo wird Einer zuweilen betrogen, aber hier kommt Niemand frei hindurch. In den wenigen Monaten mei⸗ ner Wanderung durch Belgien traf ich auf mehr Be⸗ gehrlichkeit, und verlor mehr Kleidungsſtuͤcke, als in zweimal ſo viel Jahren meines Reiſens und Lebens in Frankreich. Und doch behaupte ich, daß trotz deſ⸗ ſen viel individuell und natuͤrlich Gutes dort zu fin— den iſt, wenn man ſich nur die Muͤhe geben will, es zu ſuchen, und ich halte, wie mein Landsmann,«eine ſolche Muͤhe fuͤr ein Vergnuͤgen.“»
Fremde werfen den Belgiern vor, daß ſie keinen National⸗Charakter haͤtten. Ihre eingebornen Schrift⸗ ſteller ſtrengen ſich gewaltig an, um zu beweiſen, daß ſie deren zwei bis drei haben. Ich gebe jedoch ſelbſt zu, daß ſie jetzt keinen ſo ausgezeichneten und feſten beſitzen und beſitzen koͤnnen, um ihn fuͤr einen ih⸗ nen ausſchließlich eigenthuͤmlichen auszugeben. Jahr⸗ hunderte von Unterwerfung unter verſchiedne europaͤi⸗
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