Wunſch, je anderswo zu lieben,“ antwortete la Val⸗ lisre.
„Gut,“ ſprach Raoul,„Ihr habt mir in der That Alles geſagt, was Ihr mir zu ſagen hattet, Alles, was ich zu wiſſen wünſchen konnte. Und nun, mein Fräu⸗ lein, bin ich es, der Euch um Verzeihung bittet, ich, der ein Hinderniß in Eurem Leben geweſen, ich, der Unrecht gehabt hat, ich, der ich, indem ich mich täuſchte, Euch Euch ſelbſt täuſchen half.“
„Oh!“ rief la Vallidre,„ich verlange nicht ſo viel von Euch, Raoul.“
„Dies Alles iſt mein Fehler, mein Fräulein,“ fuhr Raoul fort.„In den Schwierigkeiten des Lebens mehr unterrichtet, als Ihr, hatte ich die Aufgabe, Euch auf⸗ zuklären. Ich mußte mich nicht auf das Ungewiſſe verlaſſen, ich mußte Euer Herz ſprechen machen, wäh⸗ rend ich kaum Euren Mund ſprechen gemacht habe. Ich wiederhole Euch, mein Fräulein, ich bitte um Ver⸗ zeihung.“
„Das iſt unmöglich! das iſt unmöglich! Ihr ſpot⸗ tet meiner!“ rief ſie.
„Wie, unmöglich?“
„Ja, es iſt unmöglich, in dieſem Grade gut, vor⸗ trefflich, vollkommen zu ſein!“
„Nehmt Euch in Acht,“ entgegnete Raoul mit ei⸗ nem bitteren Lächeln,„denn Ihr werdet vielleicht ſo⸗ gleich ſagen, ich liebe Euch nicht.“
„Oh! Ihr liebet mich wie ein zärtlicher Bruder, laßt mich das hoffen, Raoul.“
„Wie ein zärtlicher Bruder? Ihr täuſcht Euch, Louiſe. Ich liebte Euch wie ein Liebhaber, wie ein
Hatie, wie der Zärtlichſte der Menſchen, welche jeben.“ 3
„Raoul! Raoul!“ „Wie ein Bruder! Ohl Louiſe, ich liebte Euch, um für Euch all mein Blut Tropfen für Tropfen, all mein


