Teil eines Werkes 
33.-36. Bändchen (1850)
Entstehung
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Raoul ſuchte zu lächeln.

Nein, ſagte das Mädchen mit einer tiefen Ueber⸗ zeugung, onein, Ihr werdet mir die Beleidigung nicht anthun, daß Ihr Euch vor mir verſtellt. Ihr liebtet mich, Ihr waret ſicher, daß Ihr mich liebtet, Ihr täuſchtet Euch nicht über Euch ſelbſt, Ihr beloget nicht Euer eigenes Herz, während ich...

Und ganz bleich, die Arme über ihrem Kopfe aus⸗ geſtreckt, ſank ſie auf ihre Kniee.

Während Ihr mir ſagtet, Ihr liebet mich, und einen Andern liebtet, ſprach Raoul.

Ach! ja, rief das arme Kind;ach! ja, ich liebe einen Andern, und dieſer Andere... mein Gott! laßt es mich Euch ſagen, denn das iſt meine einzige Ent⸗ ſchuldigung, Raoul... Dieſen Andern liebe ich mehr, als ich mein Leben liebe, mehr, als ich Gott liebe! Verzeiht mir meinen Fehler, oder ſtrafet meinen Ver⸗ rath, Raoul. Ich bin hierher gekommen, nicht, um mich zu vertheidigen, ſondern um Euch zu ſagen: Ihr wißt, was lieben heißt? wohll ich liebe! ich liebe, um mein Leben, um meine Seele demjenigen zu geben, welchen ich liebe! Hört er je auf, mich zu lieben, ſo werde ich vor Schmerz ſterben, wenn Gott mich nicht unterſtützt, wenn ſich der Herr nicht meiner erbarmt! Raoul, ich bin hier, um mich Eurem Willen zu unter⸗ werfen, welcher es auch ſein mag, um zu ſterben, wenn Ihr wollt, daß ich ſterbe! Tödtet mich alſo, Raoul, wenn Ihr glaubt, ich verdiene den Tod! 4

Nehmt Euch in Acht, mein Fräulein, erwiederte Raoul,die Fräu, welche den Tod verlangt, iſt dieje⸗ nige, welche dem verrathenen Liebhaber nur noch ihr Blut geben kann..

Ihr habt Recht, ſagte ſie.

Raoul ſtieß einen tiefen Seufzer aus.

Und Ihr liebet, ohne vergeſſen zu koͤnnen! rief Raoul.

Ich liebe, ohne vergeſſen zu wollen, ohne den