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La Valliere ſchaute ihn mit einer Miene an, welche beſagen wollte:
„Ermuthigt mich! habt Mitleid! nur ein Wort!“
Aber Raoul ſchwieg und das Mädchen mußte fort⸗ fahren:
„So eben iſt Herr von Saint⸗Aignan im Auftrage des Koͤnigs bei mir geweſen,“ ſagte ſie.
Und ſie ſchlug die Augen nieder.
Raoul wandte die ſeinigen ab, um nichts zu ſehen.
„Herr von Saint⸗Aignan iſt im Auftrage des Kö⸗ nigs bei mir geweſen,“ wiederholte ſie,„und hat mir geſagt, Ihr wüßtet Alles.“
Und ſie ſuchte demjenigen, welcher dieſe Wunde nach ſo vielen Wunden empfing, ins Geſicht zu ſchauen;
aber es war ihr unmöglich, den Augen von Raoul zu begegnen. „Er ſagt mir, Ihr habet einen gerechten Zorn gegen mich gefaßt.“
Diesmal ſchaute Raoul das Mädchen an, und ein
verächtliches Lächeln hob ſeine Lippen in die Höhe.
8„Oh!“ fuhr ſie fort,„ich flehe Euch an, behauptet nicht, Ihr habet gegen mich etwas Anderes, als Zorn empfunden. Raoul wartet, bis ich Euch Alles geſagt, bis ich ausgeſprochen habe.“
Die Stirne von Raoul klärte ſich durch die Macht ſeines Willens auf; die Falte ſeines Mundes ver⸗
4 ſchwand.
—„Und vor Allem,“ ſagte la Vallidre, die Hände gefaltet, die Stirne geſenkt,„vor Allem bitte ich Euch, als den großmüthigſten, als den edelherzigſten Menſchen, um Verzeihung. Wenn ich Euch unbekannt mit dem 1 ließ, was in meinem Innern vorging, ſo hätte ich doch nie eingewilligt, Euch zu hintergehen! Ahl ich flehe Cuch an, Raoul, ich bitte Euch kniefällig, antwortet 4 mir, und wäre es auch mit einer Beleidigung. Eine


