Teil eines Werkes 
33.-36. Bändchen (1850)
Entstehung
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anzuhören, unterbrach ihn Louiſe mit ihrem weichſten

Tone. Bragelonne ſchaute ſie einen Augenblick an, ſchüt⸗

telte dann traurig den Kopf, ſetzte ſich oder ſank viel⸗

mehr auf einen Stuhl, und ſagte:

Sprecht.

Sie warf einen verſtohlenen Blick umher; dieſer

Blick war eine Bitte und forderte viel beſſer Geheim⸗ haltung, als es eine Minute früher ihre Worte gethan hatten. Raoul ſtand auf, ging nach der Thüre, öſſnete ſie und rief:

Olivain, ich bin für Niemand zu Hauſe.

Dann ſich gegen la Vallidre umwendend, fragte er:

Iſt es das, was Ihr wünſchtet?

Nichts kann den Eindruck ſchildern, den auf Louiſe dieſes Wort hervorbrachte, welches bezeichnete: Ihr ſeht, ich verſtehe Euch noch.

Sie fuhr mit ihrem Sacktuch über ihre Augen, um eine widerſpänſtige Thräne zu trocknen; dann, nachdem ſie ſich ein wenig geſammelt hatte, ſprach ſie:

Raoul, wendet Euren ſo guten und treuherzigen Blick nicht von mir ab; Ihr ſeid keiner von den Män⸗ nern, die eine Frau verachten, weil ſie ihr Herz ver⸗ ſchenkt hat, und ſollte ihnen dieſe Liebe auch zum Unglück gereichen oder ihren Stolz verletzen.

Raoul antwortete nicht.

Ach! fuhr la Vallière fort,es iſt nur zu wahr, meine Sache iſt ſchlimm, und ich weiß nicht, wie ich anfangen ſoll. Höret, ich glaube, ich werde am Beſten daran thun, wenn ich Euch ganz einſach erzähle, was mir begegnet. Da ich die Wahrheit ſagen werde, ſo werde ich immer meinen rechten Weg in der Finſterniß, in der Stockung, in den Hinderniſſen finden, die ich zu überwinden habe, um mein Herz zu erleichtern, das überſtrömt und ſich zu Euren Füßen ergießen will. Raoul ſchwieg fortwährend.

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