Teil eines Werkes 
29.-32. Bändchen (1849)
Entstehung
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die

29

Die Herzogin warf ſich auf die ſo ſchöne Hand der Königin und bedeckte ſte mit Küſſen.

Sie iſt im Grund eine gute Frau und großmü⸗ thigen Geiſtes, dachte die Königin.

Wird Eure Majeſtät die Gnade haben, mir vier⸗ zehn Tage zu bewilligen? fragte die Herzogin.

Gewiß; warum?

Weil mir, da man mich in Ungnade wußte, Nie⸗ mand die hundert tauſend Thaler borgen wollte, deren ich bedarf, um Dampierre wiederherſtellen zu laſſen. Wenn man aber erfährt, daß ich ſie brauche, um Eure Majeſtät zu empfangen, ſo werden mir alle Gelder von Paris zufließen.

Ah! verſetzte die Königin, ſanft den Kopf be⸗ wegend;hundert tauſend Thaler! Ihr braucht hundert tauſend Thaler, um Dampierre wiederherſtellen zu laſſen?

Gerade ſo viel.

Und Niemand will ſie Euch borgen?

Niemand.

Ich werde es thun, Herzogin, wenn Ihr wollt.

Ohl ich würde es nicht wagen..

Ihr hättet Unrecht.

Wahrhaftig?

Bei meinem königlichen Wort... Hundert tau⸗ ſend Thaler, das iſt wirklich nicht viel.

Nicht wahr?

Nein! Ohl ich weiß, daß Ihr Euch Eure Ver⸗ ſchwiegenheit nie zu ihrem ganzen Werth habt bezahlen laſſen. Herzogin, rückt mir dieſen Tiſch vor, daß ich Euch die Anweiſung auf Herrn Colbert ſchreibe; nein, auf Herrn Fouquet, der ein viel galanterer Mann iſt.

Bezahlt er?

Wenn er nicht bezahlt, ſo werde ich bezahlen, doch es wäͤre das erſte Mal, daß er es mir abſchlüge.

Die, Königin ſchrieb, gab die Anweiſung der Her⸗

zogin und entließ ſie, nachdem ſie die alte Freundin heiter geküßt hatte. 3