Teil eines Werkes 
29.-32. Bändchen (1849)
Entstehung
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Warum denn? Seid Ihr nicht meine ältſte Freun⸗ din? Grollt Ihr mir, Herzogin?

Ich! mein Gott, aus welchem Grunde? Wäre ich zu Eurer Majeſtät gekommen, wenn ich Urſache hätte, ihr zu grollen?

Herzogin, das Alter erfaßt uns, wir müſſen uns gegen den Tod, der uns droht, anſchließen.

Eure Majeſtät beglückt mich mit ſüßen Worten.

Nie hat mich Jemand ſo geliebt, mir ſo gedient, wie Ihr, Herzogin.

Erinnert ſich Eure Majeſtät deſſen?

Stets. Herzogin, einen Beweis der Freundſchaft.

Ahl meine Seele, mein ganzes Weſen gehört Eurer Majeſtät.

Gebt mir den Beweis.

Welchen?

Verlangt etwas von mir.

Verlangen?

Ahl ich weiß, daß Ihr die uneigennützigſte, die größte, die königlichſte Seele ſeid. 3

Lobt mich nicht zu ſehr, Madame, erwiederte die Herzogin unruhig.

Ich werde Euch nie ſo ſehr loben, als Ihr es verdient.

Mit dem Alter, mit dem Unglück ändert man ſich ungemein, Madame.

Gott höre Euch, Herzogin.

Wie ſoll ich dies verſtehen?

Ja, die Herzogin von einſt, die ſchöne, die ſtolze, die angebetete Chevreuſe hätte mir undankbar geant⸗ wortet:Ich will nichts von Euch. Segnet alſo das Unglück, wenn es Euch getroffen, da Ihr Euch geändert haben werdet, und mir vielleicht antwortet: Ich nehme an. u⸗

Die Herzogin milderte ihren Blick und ihr Lächeln,

ſie ſtand unter dem Zauber und hörte auf, zurückhal⸗ tend zu ſein. 3