Teil eines Werkes 
29.-32. Bändchen (1849)
Entstehung
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liebten geſchenkt, die die Geliebte in einer Schublade verſcheiden läßt, um ſie vor aller Welt zu verbergen.

Geſtorben! wiederholte die Herzogin mit einer Miene der Entmuthigung, die die Königin erfreut hätte, wäre ſie nicht durch eine Beimiſchung von Zweifel ge⸗ mäßigt worden..Geſtorben in Noiſy⸗le⸗Sec?

Ja, in den Armen ſeines Erziehers, eines guten, ehrlichen Dieners, der das Kind nicht lange überlebte.

Das läßt ſich begreifen: es iſt ſo ſchwer, eine ſolche Trauer und ein ſolches Geheimniß zu tragen!

Die Königin gab ſich nicht die Mühe, die Ironie dieſer Bemerkung aufzugreifen. Frau von Chevreuſe fuhr fort:

Nun wohl! Madame, ich erkundigte mich vor einigen Jahren in Noiſy⸗le⸗Sec ſelbſt nach dem Schick⸗ ſal des ſo unglücklichen Kindes. Man ſagte mir, man halte es nicht für todt; deshalb hatte ich mich nicht ſo⸗ gleich mit Eurer Majeſtät betrübt. Ohl wenn ich das gewußt hätte, nie würde eine Anſpielung auf dieſes be⸗ klagenswerthe Ereigniß die ſo gerechten Schmerzen Eurer Majeſtät wiedererweckt haben.

Ihr ſagt, man habe das Kind in Noiſy nicht für todt angenommen? 4

Nein, Madame.

Was ſagte man denn?2

Man ſagte... ohne Zweifel täuſchte man ſich.

Sprecht es immerhin aus.

Man ſagte, eines Abends im Jahre 1645 ſei eine ſchöne und majeſtätiſche Dame, was man trotz der Larve und des Mantels, die ſie verbargen, wahrnahm, eine Dame von Stand, von ſehr hohem Stand ohne Zweifel, in einem Wagen an die Verzweigung der Straße gekommen, Ihr wißt dahin, wo ich auf Nach⸗ richten vom jungen Prinzen wartete, als Eure Majeſtät mich dorthin zu ſchicken die Gnade hatte.

Nun?

Die drei Musketiere. Bragelonne. Vnl. 3