Teil eines Werkes 
29.-32. Bändchen (1849)
Entstehung
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Ihre Majeſtät die Königin wolle ihn in ihrem Zim⸗ mer ſehen.

Laporte war, wie Ihr wißt, Madame, ein Mann von Kaltblütigkeit und Geiſt. Er näherte ſich dem Kö⸗ nig nicht wie ein erſchrockener Diener, der ſeine Wich⸗ tigkeit fühlt und ebenfalls erſchrecken will; auch war die Nachricht, die den König erwartete, keine beäng⸗ ſtigende Nachricht. Kurz, Laporte erſchien, ein Lächeln auf den Lippen, am Stuhl des Königs und ſagte zu ihm:

Sire, die Königin iſt ſehr glücklich, und wäre es noch mehr, wenn ſie Eure Majeſtät ſehen würde.

An dieſem Tag hätte Ludwig XIII. ſeine Krone einem Armen um ein Gott vergelt's gegeben. Heiter, leichten Sinnes, lebhaft, verließ der König die Tafel und ſagte mit dem Ton, den Heinrich IV. hätte an⸗ nehmen können:Meine Herren, ich will meine Frau beſuchen.

Sobald er bei Euch eintrat, Madame, reichte ihm Frau Peronne einen zweiten Prinzen, ſchön und ſtark wie der erſte, und ſprach:

Sire, es iſt nicht Gottes Wille, daß das König⸗ reich Frankreich auf die Kunkelſeite falle.

In einer erſten Bewegung ſtürzte der König auf dieſes Kind los und rief:Mein Gott, ich danke Dir!4

Die Beguine hielt bei dieſer Stelle inne, da ſie bemerkte, wie ſehr die Königin litt. In ihren Lehnſtuhl zurückgeworfen, den Kopf geſenkt, die Augen ſtarr, horchte Anna von Oeſterreich, ohne zu hören, und ihre Lippen bewegten ſich krampfhaft für ein Gebet zu Gott oder für eine Verwünſchung gegen dieſe Frau.

Ohl rief die Beguine,glaubt nicht, daß die Königin, wenn es nur einen Dauphin in Frankreich gibt, glaubt nicht, daß, wenn ſie dieſes Kind fern vom Thron vegetiren ließ, eine ſchlechte Frau war. Oh! nein. Es gibt Leute, welche wiſſen, wie viel Thränen