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ſie vergoſſen hat; es gibt Leute, die die glühenden Küſſe zählen konnten, die ſie dem armen Kind als Er⸗ ſatz für das Leben des Elends und der Dunkelheit gab, zu dem die Staatsraiſon den Zwillingsbruder von Ludwig XIV. verurtheilte.
„Mein Gott, mein Gott,“ murmelte die Königin mit ſchwacher Stimme.
„Man weiß,“ fuhr die Beguine lebhaft fort,„man weiß, daß der König, als er ſah, daß er zwei Soͤhne hatte, die ſich beide gleich an Alter, an Anſprüchen, für das Heil Frankreichs, für die Ruhe ſeines Staates zitterte. Man weiß, daß der Herr Cardinal von Ri⸗ chelieu, zu dieſem Ende von Ludwig XIII. berufen, mehr als eine Stunde im Cabinet Seiner Majeſtät nachdachte... und dann folgenden Spruch vernehmen ließ:
„„Es gibt einen König, der geboren iſt, um S. M. auf dem Throne nachzufolgen. Gott hat einen an⸗ dern geboren werden laſſen, um dieſem erſten König nachzufolgen; jetzt aber bedürfen wir nur des erſtge⸗ borenen; verbergen wir den zweiten Frankreich, wie ihn Gott ſeinen Eltern ſelbſt verborgen hatte.
„„Ein Prinz iſt für den Staat der Friede und die Sicherheit; zwei Thronbewerber ſind der Bürgerkrieg und die Anarchie.““ 3
Die Königin erhob ſich ungeſtüm mit krampfhaft zuſammengezogenen Fäuſten und ſprach mit dumpfem Tone:
„Ihr wißt zu viel, da Ihr die Staatsgeheimniſſe berührt. Die Freunde, von denen Ihr dieſe Geheimniſſe habt, ſind Schändliche und falſche Freunde. Ihr ſeid Genoſſin bei dem Verbrechen, das heute vollbracht wird. Nun die Larve herab, oder ich laſſe Euch von meinem Kapitän der Garden verhaften. Oh! dieſes Geheimniß macht mir nicht bange. Ihr habt es einge⸗ zogen, Ihr werdet es mir wiedergeben! Es wird in Eurem Buſen vereiſen; von dieſem Augenblick an ge⸗
und ſtol für mit


