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bar iſt. Dieſe, Königin, laſſen der Haut ihre elfen⸗ beinartige Weiße, ſie beſprengeln das Fleiſch nicht mit ihren bläulichen Dünſten; der Arzt, der ſich auf die Bruſt des Kranken neigt, hört nicht in den Muskeln, unter der Wogung des Blutes den unerſättlichen Zahn dieſer Ungeheuer knirſchen; nie hat das Feuer, nie hat
das Eiſen die Wuth dieſer tödtlichen Geißeln vertilgt
oder entwaffnet; ſie wohnen im Geiſte und verderben ihn; ſie wohnen im Herzen und machen es berſten; das ſind andere, für Königinnen unſelige Krebſe; lei⸗ det Ihr nicht an dieſen Uebeln?“
Die Koͤnigin hob langſam ihren Arm auf, der von Weiße ſo glänzend und von Form ſo rein war, als in ihrer Jugend, und ſprach:
„Die Uebel, von denen Ihr redet, ſind die Bedin⸗ gung des Lebens von uns Großen der Erde, denen Gott die Seelenbürde gibt. Dieſe Uebel, ſind ſie zu ſchwer, erleichtert uns der Herr vor dem Tribunal der Buße. Hier legen wir die Bürde und die Geheimniſſe
nieder. Vergeßt aber nicht, daß derſelbe höchſte Herr⸗
ſcher die Prüfungen nach den Kraͤften ſeiner Geſchöpfe ermißt, und meine Kräfte ſind nicht zu ſchwach, um die Bürde zu tragen; was die Geheimniſſe Anderer betrifft, ſo habe ich genug an der Discretion Gottes;
was meine Geheimniſſe betrifft, ſo habe ich zu wenig
an der meines Beichtigers.“
„Ich ſehe Euch muthig wie immer gegen Eure Feinde, Madame; ich finde Euch nicht vertrauend gegen Eure Freunde.“.
„Die Königinnen haben keine Freunde. Habt Ihr mir nichts Anderes zu ſagen, fühlt Ihr Euch nicht von
Gott inſpirirt, wie eine Prophetin, ſo entfernt Euch, 4
denn ich fürchte die Zukunft.“ „Ich hätte geglaubt, Ihr fürchtet vielmehr die
Vergangenheit,“ entgegnete entſchloſſen die Beguine. Sie hatte nicht ſobald dieſes Wort geſprochen,


