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dächtniß Eurer Majeſtät nicht ſchon durch ihr Herz erweckt worden iſt.“
Anna von Oeſterreich erhob das Haupt und ſuchte unter dem Schatten der Larve und unter dem Ge⸗ heimniß der Rede den Namen derjenigen zu entdecken, welche ſich mit ſo vertraulicher Freiheit ausdrückte.
Dann der Neugierde müde, die ihren ganzen ge⸗ wöhnlichen Stolz verletzte, ſprach ſie plöͤtzlich:
„Madame, Ihr wißt nicht, daß man mit könig⸗ lüh Perſonen nicht mit einer Maske auf dem Geſicht pricht.“
„Wollt mich gnädigſt entſchuldigen,“ erwiederte demüthig die Beguine.
„Ich kann Euch nicht entſchuldigen, aber ich kann Euch vergeben, wenn Ihr die Larve ablegt.“
„Madame, ich habe ein Gelübde gethan, den be⸗ kümmerten oder leidenden Perſonen Hülfe zu leiſten, ohne ſie je mein Geſicht ſehen zu laſſen. Ich hätte Eurem Leib und Eurer Seele Linderung verſchaffen können, da es mir aber Eure Majeſtät verbietet, ſo ziehe ich mich zurück. Gott befohlen, Madame, Gott befohlen.“
Dieſe Worte wurden mit einem Reize der Har⸗ monie und der Ehrehrbietung geſprochen, der den Zorn und das Mißtrauen der Königin fallen machte, ohne ihre Neugierde zu vermindern.
„Ihr habt Recht,“ ſprach ſte,„es geziemt ſich nicht für leidende Menſchen, die Tröſtungen zu verachten, die Gott ihnen ſendet. Sprecht, Madame, und möchtet Ihr, wie Ihr geſagt habt, meinem Körper Erleichte⸗ rung zu bringen im Stande ſein. Ah! ich glaube, Gott ſchickt ſich an, ihn grauſam zu prüfen.“
„Sprechen wir ein wenig von der Seele, wenn es Euch beliebt,“ ſagte die Beguine,„von der Seele, welche, deſſen bin ich ſicher, auch leiden muß.“
„Meine Seele?“
„Es gibt freſſende Krebſe, deren Pulſirung unſicht⸗


