Teil eines Werkes 
29.-32. Bändchen (1849)
Entstehung
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Sie iſt verlarvt.

Sieh nach, Molina! rief die orign.

Es iſt unnöthig, antwortete plötzlich eine feſte und zugleich ſanfte Stimme, die von jenſeits der Thür⸗ vorhänge kam, eine Stimme, welche die anderen Damen beben und die Königin ſchauern machte.

Zu gleicher Zeit erſchien eine verlarvte Frau zwi⸗ ſchen den Vorhängen.

Ehe die Königin geſprochen hatte, ſagte die unbe⸗ kannte Frau:

Ich bin eine Dame vom Beguinen⸗Kloſter in Brügge und bringe in der That das Mittel, das Eure Majeſtät heilen muß.

Jedermann ſchwieg. Die Beguine machte keinen Schritt.

Sprecht, ſagte die Königin.

Wenn wir allein ſein werden, erwiederte die Be⸗ guine.

Anna von Oeſterreich richtete einen Blick an ihre Gefährtinnen, und dieſe zogen ſich zurück.

Nun machte die Beguine drei Schritte gegen die Königin und verneigte ſich ehrfurchtsvoll.

Die Königin ſchaute mißtrauiſch dieſe Frau an, die ſie auch mit glänzenden Augen durch die Löcher ihrer Larve anſchaute.

Die Königin von Frankreich iſt alſo ſehr krank, daß man im Beguinen⸗Kloſter in Brügge weiß, ſie be⸗

dürfe der Heilung? ſagte Anna von Oeſterreich,

Eure Majeſtät iſt, Gott ſei Dank, nicht ſo krank,

daß es kein Mittel für ihre Leiden gäbe. Woher wißt Ihr denn, daß ich leide 24 Eure Majeſtät hat Freunde in Flandern, Und die Freunde haben Euch geſchickt? Ja, Madame. Nennt ſi ſie mir. Unmöglich, Madame, und unnütz, da das*