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Als die Molina dies wahrnahm, heftete ſte ihr ſchwarzes, wachſames Auge auf Anna von Oeſterreich.
„Ja, ja,“ ſprach plötz lich die Königin.„Laßt uns Motteville, geht.“ 5
Das Wort„uns“ klang unangenehm im Ohr der franzöſiſchen Günſtlingin. Es bedeutete, daß ein Aus⸗ tauſch von Geheimniſſen oder Erinnerungen ſtattfinden ſollte. Es bedeutete, daß eine Perſon zu viel bei der Unterredung in ihrer intereſſanteſten Phaſe war.
„Madame, wird Molina für den Dienſt Eurer Majeſtät genügen?“ fragte die Franzöſin.
„Ja,“ erwiederte die Spanierin, und Frau von Motteville verneigte ſich. Plötzlich öffnete eine alte Kammerfrau, gekleidet wie ſie 1620 vom ſpaniſchen Hofe gekommen war, die Thürvorhänge und rief, als ſie die Königin in Thränen, Frau von Motteyille bei ihrem geſchickten Rückzug, die Molina bei ihrer Diplo⸗ matie überraſchte, der Königin zu, indem ſie ſich ohne Umſtände der Gruppe näherte:
„Das Mittel! das Mittel!“ 11„Welches Mittel, Chica?“ ſagte Anna von Oeſter⸗ reich.
„Für das Uebel Eurer Majeſtät,“ antwortete die Kammerfrau.
„Wer bringt es?“ fragte raſch Frau von Motte⸗ ville,„Herr Vallot?“
„Nein, eine Dame aus Flandern.“
„Eine Dame aus Flandern, eine Spanierin?“ ſagte die Königin.
„Ich weiß es nicht.“
„Wer ſchickt ſie?“
„Herr Colbert.“
„Ihr Name?“
„Sie hat ihn nicht eſagt.“
„Ihr Stand?“ 3a
„Sie wird ihn nennen.“
„Ihr Geſicht 29


