Teil eines Werkes 
29.-32. Bändchen (1849)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

ein

ne,

11

Herr Vallot hat Unrecht, bei Madame zu ſein, wäh⸗ rend ein anderer Arzt Madame heilen würde..

Frau von Motteville ſchlug die Augen abermals erſtaunt auf.

Ein anderer Arzt, als Herr Vallot! wer denn? ſagte ſie.

Die Arbeit, Motteville, die Arbeit; ah! wenn Jemand krank iſt, ſo iſt es meine arme Tochter.

Auch Eure Majeſtät.

Dieſen Abend weniger.

Traut nicht, Madame.

Und als ſollte dieſe Drohung von Frau von Motte⸗ ville gerechtfertigt werden, erfaßte ein ſcharfer Schmerz das Herz der Königin, machte ſie erbleichen und warf ſie mit allen Symptomen einer plötzlichen Ohnmacht in einen Lehnſtuhl zurück.

Meine Tropfen, murmelte ſie.

Sogleich! ſogleich! erwiederte die Molina, die, ohne ihren Gang zu beſchleunigen, aus einem Schranke von Schildpatt mit Gold eingelegt ein großes Flacon von Bergkriſtall hervorzog, das ſie geöffnet der Köni⸗ gin reichte. 3

Dieſe athmete wiederholt mit großer Heftigkeit und murmelte:*

Hiedurch wird mich der Herr tödten. Sein hei⸗ liger Wille geſchehe.

Man ſtirbt nicht daran, daß einem übel iſt, ſagte die Molina, während ſie das Flacon wieder in den Schrank ſtellte.

Es geht Eurer Majeſtät nun gut? fragte Frau von Motteville.

Beſſer, antwortete die Königin.

Und ſie legte ihren Finger auf ihre Lippen, um ihren Günſtlingen Discretion zu empfehlen.

CEs aiſt ſeltſam, ſagte Frau von Motteville nach einem Stillſchweigen.

Was iſt ſeltſam? fragte die Königin.