Teil eines Werkes 
29.-32. Bändchen (1849)
Entstehung
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Das heißt: Dieſe Kinder! Ein tiefes Wort im Munde einer Mutter, ein furchtbares Wort im Munde einer Königin, welche, wie Anna von Oeſterreich, ſo ſonderbare Geheimniſſe in ihrer verdüſterten Seele verbarg.

Ja, ſprach Molina,dieſe Kinder, denen jede Mutter ſich opfert!

Denen eine Mutter Alles geopfert hat, verſetzte die Königin. Sie vollendete jedoch nicht. Sie ſchlug die Augen zu dem lebensgroßen Portrait des bleichen Ludwig XIII. auf, und es kam ihr vor, als ließe ihr Gemahl noch einmal das Licht in ſeinen trüben Augen aufſteigen, den Zorn ſeine gemalte Naſe anſchwellen.

Das Portrait belebte ſich: es ſprach nicht, es drohte. Ein tiefes Stillſchweigen folgte auf die letzten Worte

der Königin. Die Molina durchwühlte die Bänder und Spitzen eines großen Korbes. Erſtaunt über den Blitz, der gleichzeitig und mit Einverſtändniß den Blick der Vertrauten und den der Gebieterin erleuchtet hatte, ſchlug Frau von Motteville als eine discrete Perſon die Augen nieder, ſuchte nicht mehr zu ſehen, horchte aber mit allen ihren Ohren. Sie erlauſchte nur ein bezeichnendes:Hm! der ſpaniſchen Duena, eines Muſterbildes der Vorſichtigkeit. Sie ergatterte auch einen Seufzer, der wie ein Hauch aus dem Buſen der Königin heraufzog.

Sogleich erhob ſie den Kopf und fragte:

Ihr leidet?

Nein, Motteville, nein; warum ſagſt Du das?

Eure Majeſtät ſeufzte.

Du haſt in der That Recht; ja, ich leide ein wenig.

Herr Vallot iſt in der Nähe, bei Madame,

glaube ich. Bei Madame, warum? 7 Madame leidet an den Nerven.

Eine ſchöne Krankheit!