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Wer wird ſie ſelbſt retten? Denn ſo unſchuldig ſie an Eurer Liebe ſein mag, ſo wird ſie doch in den Händen ihrer Feinde eine Anklage gegen ſie ſein.“
„Ach! mein Gott!“ murmelte Guiche.
Und ein tiefer Seufzer begleitete ſeine Worte.
„Das heißt nicht antworten, Guiche.“
„Doch.“
„Nun, was antwortet Ihr?“
„Ich antworte, daß ich an jenem Tag nicht mehr todt ſein werde, als ich es heute bin.“
„Ich begreife nicht.“
„Ja, ſo viele Umwechſelungen haben mich abge⸗ nutzt. Heute bin ich kein denkendes, handelndes Weſen mehr; heute bin ich nicht mehr ſo viel werth, als ein Mann, ſo mittelmäßig er auch ſein mag; ſtehſt Du, heute ſind meine letzten Kräfte erloſchen, meine letzten Entſchlüſſe erlahmt und ich verzichte auf den Kampf. Iſt man im Felde, wie wir es miteinander gewe⸗ ſen ſind, und bricht allein auf, um zu ſcharmützeln, trifft man zuweilen eine Abtheilung von fünf bis ſechs Fouragirern, und obgleich allein, vertheidigt man ſich doch; dann kommen ſechs Andere hinzu, man ergrimmt und hält aus; kommen aber noch ſechs, acht, zehn in die Quere, ſo gibt man ſeinem Pferde die Sporen, wenn man noch ein Pferd hat, oder man läßt ſich auch tödten, um nicht zu fliehen. Nun! ſo weit bin ich; ich habe Anfangs gegen mich ſelbſt gekämpft; dann gegen Buckingham, nun iſt der König gekommen, ich werde nicht gegen den Koöͤnig kämpfen, ſelbſt nicht, ich ſage es Dir ſogleich, wenn ſich der König zurückzöge, und ebenſo wenig gegen den Charakter dieſer Frau allein. Ohl ich täuſche mich nicht, einmal in den Dienſt
dieſer Liebe getreten, werde ich mich darin tödten laſſen.“
„Nicht ihr mußt Du Vorwürfe machen, ſondern
Dir,“ erwiederte Raoul. „Warum dies?“ 4
„Wie, Du kennſt die Prinzeſſin! ein wenig leicht⸗


