Teil eines Werkes 
19.-24. Bändchen (1849)
Entstehung
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ſois, ich weiß nicht, ganz nach ihrem Belieben Senti⸗ mentalität und Schäferei treiben kann.

Dieſe Worte wurden mit einer Heftigkeit und ſo⸗ gar mit einer Härte geſprochen, welche Fräulein von Tonnay⸗Charente erſchreckten.

In Folge hievon gelobte ſie ſich für ihre Perſon ſo viel nothig wäre, zu lügen.

In dieſer Verfaſſung gelangten Madame und ihre Gefährtin in die Gegend der Koͤnigseiche.

Wir ſind an Ort und Stelle, ſagte Athenais.

Wir werden wohl ſehen, ob man hört, erwiederte Madame.

St! machte das Mädchen, indem es Madame mit einer die Etiquette ſehr wenig berückſichtigenden Schnelligkeit zurückhielt.

Madame blieb ſtehen.

Seht Ihr, daß man hört? ſagte Athenais.

Wie ſo?

Horcht.

Madame hielt den Athem an ſich und man hörte in der That folgende Worte, von einer ſanften trauri⸗ gen Stimme ausgeſprochen, durch die Luft ſchweben: Ohl ich ſage Dir, Vicomte, ich ſage Dir, daß ich ſie wahnſinnig liebe; ich ſage Dir, daß ich ſie zum Sterben liebe.

Bei dieſer Stimme bebte Madame und unter ihrem Schleier beleuchtete ein freudiger Strahl ihr Antlitz. Ssie hielt ihre Gefährtin ebenfalls zurück und führte ſie mit leichtem Gang zwanzig Schritke rück⸗ wärts, das heißt, außer den Bereich der Stimme.

Bleibt da, meine liebe Athenais, Niemand ſoll uns ertappen, ſagte ſie.Ich denke, es iſt bei dieſem Geſpräch von Euch die Rede.

Von mir, Madame?

Ja, von Euch... oder vielmehr von Eurem Aben⸗ teuer. Ich will horchen; zu zwei würden wir entdeckt.