„Wißt Ihr, wo ſie iſt?“ fuhr ſie fort.
„Ach! ja, Madame.“
„Und Ihr werdet ſie wieder ſinden?“
„Ich finde ſie mit geſchloſſenen Augen.“
„Das iſt vortrefflich. Ihr ſetzt Euch auf die Bank, wo Ihr waret, auf die Bank, wo La Vallière war, und Ihr ſprecht in demſelben Ton und in demſelben Sinn; ich verberge mich im Gebüſch, und wenn man hört, ſo ſage ich es Euch.“
„Ja, Madame.“
„Es folgt daraus, daß Ihr wirklich laut genug ge⸗ ſprochen habt, um vom König gehört worden zu ſein, nun denn...“
Athenais ſchien voll Angſt das Ende des ange⸗ fangenen Satzes zu erwarten.
„Nun!“ ſagte Madame mit einer ohne Zweifel durch den raſchen e erſtickten Stimme,„nun, ich werde Euch vertheidit. 4 Und Madame verdoppelte ihre Schritte.
Plötzlich blieb ſie ſtehen und rief:
„Es kommt mir ein Gedanke!“
„Sicherlich ein guter Gedanke,“ erwiederte Fräu⸗ lein von Tonnay⸗Charente.
„Montalais muß eben ſo in Verlegenheit geweſen ſein, als Ihr Beide, Ihr, Athenais und La Vallidre.“
„Weniger, denn ſie iſt weniger compromittirt, da ſie weniger geſagt hat.“
„Gleich viel, ſie wird Euch wohl durch eine kleine Lüge unterſtützen.“—
„Oh! beſonders, wann ſie weiß, daß Madame ſich für mich zu intereſſiren die Gnade hat.“ 1
„Gutl ich habe, glaube ich, gefunden, was wir brauchen, mein Kind!?“?“
„Welch ein Glück!“
„Ihr ſagt, Ihr habet alle drei die Gegenwart des Königs hinter dieſem Baum oder hinter dieſem Gebüſch, ich errinnere mich nicht mehr, ſo wie die von Herr von Saint⸗Aignan ganz gut gewußt.“


