„Den ſchlimmen Empfang, der ſcheinbar Herr von Guiche von Sr. Majeſtät zu Theil wurde.“
„Scheinbar?“
„Ja, gewiß, denn in Wirklichkeit hat er ihm ſeine Gunſt wieder zugewendet.“
„Ich habe das nicht geſehen,“ ſagte der Prinz.
„Wie! Ihr habt nicht geſehen, daß er ihn, ſtatt ihn wieder in ſeine Verbannung zu ſchicken, wie dieß natürlich war, in ſeinem ſonderbaren Widerſtand beſtä⸗ tigt hat, indem er ihm ſeinen Platz im Ballet einzu⸗ nehmen geſtattete.“
„Und ihr findet, der König habe Unrecht gehabt?“
„Seid Ihr nicht meiner Anſicht, Prinz?“
„Nicht ganz, mein lieber Chevalier, und ich billige es, daß der König nicht gegen einen Unglücklichen ge⸗ tobt hat, der mehr Narr als böswillig iſt.“
„Meiner Treue,“ ſagte der Chevalier, nich meiner⸗ ſeits geſtehe, daß dieſe Großmuth mich im höchſten Grad in Erſtaunen ſetzt.“
„Und warum dieß?“ fragte Philipp.
„Weil ich den König für eiferſüchtig gehalten hätte,“ erwiederte boshaft der Chevalier.
Seit einigen Augenblicken fühlte Monſieur etwas Aufreizendes ſich unter den Worten ſeines Günſtlings rüh⸗ ren; ſein letztes Wort entzündete das Pulver.
„Eiferſuͤchtig!“ rief der Prinz, veiferſüchtig! was ſoll dieſes Wort bedeuten? eiferſüchtig, auf was, wenn's beliebt, 1äſähwen
Der Chevalier bemerkte, daß er eines von den boshaften Worten, wie er ſie zuweilen machte, hatte entſchlüpfen laſſen. Er ſuchte es alſo wieder zu er⸗ haſchen, ſo lange es noch im Bereiche ſeiner Hand war.
„Eiferſüchtig auf ſeine Autorität,“ antwortete er
mit einer geheuchelten Naivetät,„worauf ſoll denn ein
König eiferſüchtig ſein?“ „Ohl“ machte Monſieur,„ſehr gut.“
„Sollte Eure Königliche Hoheit die Begnadigung


