Teil eines Werkes 
15.-18. Bändchen (1849)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

19

Es trat ein tiefes Stillſchweigen unter allen An⸗ weſenden ein.

Ihr ſeht, Herr von Wardes, ſagte d'Artagnan, auf den dieſe Erzählung einen um ſo großeren Eindruck machte, als ſeine eigenen Erinnerungen ſich mit den Worten von Athos vermiſchten,Ihr ſeht, daß mein Verbrechen nicht die Urſache des Verluſts einer Seele geweſen iſt, und daß dieſe Seele ganz und gar vor meiner Reue verloren war. Das iſt alſo wohl ein Akt des Gewiſ⸗ ſens. Nun aber, da dies feſtgeſtellt, Herr von Wardes, habe ich Euch in Demuth um Verzeihung wegen der ſchmählichen Handlung zu bitten, wie ich gewiß Euren Vater darum gebeten haben würde, wenn er noch am Leben, und wenn ich ihn bei meiner Rückkehr nach Frank⸗ reich nach dem Tod von Karl I. getroffen hätte.

Aber das iſt zu viel, Herr d'Artagnan! riefen lebhaft mehrere Stimmen.

Nein, meine Herren, erwiederte der Kapitän. Herr von Wardes, ich hoffe, es iſt nun Alles zwiſchen uns beendigt, und es wird Euch nicht mehr einfallen, ſchlecht von mir zu ſprechen. Nicht wahr, es iſt eine bereinigte Sache?

Herr von Wardes verbeugte ſich, einige Worte ſtammelnd.

Ich hoffe auch, fuhr d'Artagnan fort, indem er ſich dem jungen Mann nährete,ich hoffe auch, Ihr werdet nicht mehr ſchlimm von irgend Jemand ſprechen, wie dies Eure dtgen icih wahnhen iſt: denn Ihr, ein ſo gewiſſenhafter, ein ſo Puritaniſcher Mann, wie Ihr ſeid, Ihr, der Ihr eine Jugendlapperei einem alten Soldaten nach dreißig Jahren vorwerft, Ihr, der Ihr

dieſe Gewiſſensreinheit aufſteckt, uͤbernehmt Eurerſeits

die ſtillſchweigende Verpflichtung, nichts gegen das Ge⸗ wiſſen und die Ehre zu thun. Höret nun wohl, was ich Euch noch zu ſagen habe, Herr von Wardes: hütet Euch wohl, daß nicht eine Geſchichte, bei der Euer Name

figurirt, mir zu Ohren kommt..