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Rendezvous bezeichneten, nahm unter einer Verkleidung die Stelle desjenigen ein, welchen man erwartete, und mißbrauchte die Dunkelheit.“
„Das iſt wahr,“ ſagte d'Artagnan..
Ein leichtes Gemurmel machte ſich unter den An⸗ weſenden höoͤrbar.
„Ja, ich habe dieſe ſchlimme Handlung begangen. Da Ihr ſo unparteiiſch ſeid, mein Herr, ſo hättet Ihr ſogar beifügen müſſen, ich ſei zur Zeit, wo das Ereigniß, deſſen Ihr mich beſchuldigt, vorfiel, noch nicht ein und zwanzig Jahre alt geweſen.“
„Die Handlung iſt darum nicht minder ſchmählich,“ entgegnete Wardes;„und das Alter der Vernunft genügt für einen Edelmann, um keine Unzartheit zu begehen.“
Es entſtand abermals ein Gemurmel, doch ein Gemurmel der Verwunderung und beinahe des Zweifels.
„In der That, es war ein ſchmählicher, hinterli⸗
ſtiger Streich,“ ſagte dArtagnan,„und ich habe nicht
gewartet, bis mir Herr von Wardes denſelben vorgewor⸗ fen, um mir ihn ſelbſt, und zwar ſehr bitter zum Vorwurf zu machen. Ich bin durch das Alter redlicher und be⸗ ſonders vernünftiger geworden, und ich habe dieſes Un⸗ recht durch langes Bedauern geſühnt. Doch ich appellire an Euch, meine Herren, dies geſchah im Jahre 1626, und das war eine Zeit,— zum Glück für Euch wißt Ihr das nur durch die Ueberlieferung— und das war eine Zeit, wo man ſich in der Liebe nicht ſkrupulös
benahm, wo die Gewiſſen nicht wie heut zu Tage den
Honig und die Myrrhe diſtillirten. Wir waren junge Soldaten, ſtets ſchlagend, ſtets geſchlagen, beſtändig den Degen aus der Scheide, oder wenigſtens halb gezogen; immer zwiſchen zwei Todten; der Krieg machte uns hart, und der Cardinal machte uns eilfertig. Kurz ich habe bereut, und ich bereue noch, Herr von Wardes.“ „Ja, mein Herr, ich begreife das, denn die Hand⸗ lung ließ die Reue zu, doch Ihr haht darum nich Die drei Musketiere. Bragelonne. V. 2 3


