26
»'Artagnan,„das iſt durchaus nicht der Fall: ich bin reich und frei.“
„Reich?“.
„Ja, reich für mich... nicht für Euch, nicht für Porthos, wohlverſtanden. Ich habe eine Rente von ungefähr fünfzehntauſend Livres.“
Aramis ſchaute ihn ärgwöhniſch an. Er konnte, beſonders da er ihn mit einem ſo demüthigen Aeußern erblickte, nicht glauben, ſein alter Freund habe ein ſolches Glück gemacht. 4.
Nun ſah d'Artagnan, die Stunde der Erklärungen ſei gekommen, und erzaͤhlte ſeine Geſchichte in England.
Während ſeiner Erzählung ſah er zehnmal die Augen des Prälaten glänzen und ſeine ſpitzig zulau⸗ fenden Finger beben. 8
Bei Porthos aber äußerte ſich nicht Bewunderung für d'Artagnan, ſondern Enthuſiasmus, wahnſinnige Be⸗
deiſterung Als d'Artagnan geendigt hatte, fragte Aramis:
„Nun!“
„Nun!“ antwortete d'Artagnan,„Ihr ſeht, daß ich in England Freunde und Grundeigenthum, in Frankreich einen Schatz habe. Wenn Euer Herz nach etwas von dem Meinigen begehrt, ſo biete ich es Euch an.. Deshalb bin ich gekommen.
So ſicher auch ſein Blick war, ſo konnte d'Artag⸗ nan doch in dieſem Moment den von Aramis nicht aushalten. Er ließ alſo ſein Auge auf Porthos über⸗ gehen, wie es der Degen thut, der einem mächtigen Druck nachgibt und einen andern Weg ſucht. 5
„Jedenfalls,“ ſagte der Biſchof,„jedenfalls habt Ihr ein ſeltſames Reiſecoſtume gewählt, Freund.“ 1
„Ein abſcheuliches, ich weiß es. Ihr begreift, daß ich weder als Cavalier, noch als vornehmer Herr reiſen wollte. Seitdem ich reich bin, bin ich geizig.“ .„Und Ihr ſagt, Ihr habet Euch nach Belle⸗Jsle begeben?“ fragte Aramis ohne Uebergang,
..


