voll anmuthreicher Majeſtät war mit der Biſchofsmütze geſchmückt, die ihm außer dem Charakter der Souve⸗ rainetät den ſtrenger Andachtsübung und evangeliſcher Betrachtung verlieh.
„Aramis!“ rief unwillkührlich der Musketier, als dieſes ſtolze Geſicht an ihm vorüberkam.
Der Prälat bebte. Er ſchien dieſe Stimme gehört zu haben, wie ein wieder erwachender Todter die Stimme des Erlöſers hört.
Er ſchlug ſeine großen ſchwarzen Augen auf und richtete ſie, ohne zu zögern, nach dem Ort, von dem der Ausruf gekommen war.
Mit einem einzigen Blick ſah er Porthos und d'Ar⸗ tagnan in ſeiner Nähe.
D Artagnan hatte ſeinerſeits mit ſeiner Schärfe Alles geſehen, Alles aufgefaßt. Das lebensgroße Por⸗ trait des Prälaten prägte ſich in ſeinem Gedächtniß ein, um nie mehr daraus zu verſchwinden.
Eines beſonders war d'Artagnan aufgefallen.
Als Aramis ihn erblickte, erröthete er und drängte dann in derſelben Secunde unter ſeinem Augenlid das Feuer des Blickes des Gebieters und die unmerkliche Herzlichkeit des Blickes des Freundes zuſammen.
1lnis richtete offenbar ganz leiſe die Frage
an ſich:.
„Warum iſt d'Artagnan bei Porthos und was will er in Vannes?“.
Aramis begriff Alles, was im Geiſte von d'Artagnan „vorging, als er ſeinen Blick wieder auf ihn richtete und ſah, daß er die Augen nicht niedergeſchlagen hatte.
Er kannte die Feinheit ſeines Freundes und ſeinen
Verſtand und befürchtete, das Geheimniß ſeiner Röthe
und ſeines Erſtaunens errathen zu laſſen. Es war
immer noch derſelbe Aramis, der beſtändig ein Geheim⸗
niß zu verbergen hatte.
Um mit dem forſchenden Blick zu endigen, den man
um jeden Preis ſich ſenken machen mußte, wie ein Ge⸗


