„Ja, Monſeigneur, zwanzig tauſend Livres; findet Ihr das zu viel?“
„Ich!“ verſetzte Fouquet bitter lächelnd.„Wenn ich mich auf die Menſchen verſtehen würde, wenn ich ſtatt eines leichtſinnigen, inconſequenten, eitlen Geiſtes ein kluger, überlegter Geiſt wäre, mit einem Wort, wenn ich mein Leben wie gewiſſe Leute geordnet hätte, würder Ihr nicht zwanzigtauſend Livres jährlich, ſondern hunderttauſend erhalten, und Ihr gehörtet nicht dem König, ſondern mir.“
D'Artagnan erröthete leicht.
Es liegt in der Art und Weiſe, wie man das Lob ſpendet, in der Stimme der Lobenden, in dem wohl⸗ wollenden Ausdruck ein ſo ſüßes Gift, daß der Stärkſte oft davon berauſcht wird.
Der Oberintendant ſchloß dieſe Rede, indem er ein Schubfach öffnete und daraus vier Rollen nahm, die er vor d'Artagnan legte.
D'Artagnan wog eine und ſagte:
„Gold!“
„Das wird Euch am mindeſten beſchweren.“
„Aber dann macht das zwanzigtauſend Livres?“
„Allerdings.“ 4
„Man iſt mir jedoch nur fünftauſend ſchuldig.“
„ Ich will Euch die Mühe, viermal zur Oberinten⸗ danz zu gehen, erſparen.“
„Ihr ſeid allzu gütig.“
„Ich thue, was ich thun ſoll, Herr Chevalier, und ich hoffe, Ihr werdet keinen Groll gegen mich wegen des Empfangs bewahren, der Euch von meinem Bru⸗ der zu Theil geworden. Er iſt ein Menſch von her⸗ bem, launenhaftem Weſen.“
„Monſeigneur,“ erwiederte d'Artagnan,„glaubt mir,
daß mich nichts mehr ärgern könnte, als eine Entſchul⸗
digung von Euch.“ „Ich werde mich auch nicht mehr entſchuldigen und Euch nur noch um eine Gefälligkeit bitten.“
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