Teil eines Werkes 
7.-10. Bändchen (1848)
Entstehung
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tung ſeiner Gravitation. Das Uebel hatte ſich nach der Vorherſagung von Guénaud verſchlimmert; es war nicht mehr ein Gichtanfall, ſondern ein Todesanfall. Dann gab es einen Umſtand, der für den mit dem Tode Ringenden ganz beſonders gefahrvoll war: die Angſt, in welche ſein Geiſt die an den König abge⸗ ſandte Schenkung verſetzte, welche Ludwig XIV., nach den Worten von Colbert, dem Cardinal nicht angenom⸗ men zurückſchicken ſollte. Der Cardinal hatte, wie wir geſehen, großes Vertrauen zu den Weiſſagungen ſeines Secretaire; doch die Summe war ſtark, und wie be⸗ deutend auch das Genie von Colbert ſein mochte, ſo dachte doch von Zeit zu Zeit der Cardinal, auch der Theatiner könne ſich taͤuſchen, und es gebe wenigſtens ebenſo viel Chancen, daß er nicht verdammt werde, als vorhanden ſeien, daß Ludwig XIV. ihm ſeine Millionen zuruckſchicke.

Je mehr die Schenkung zurückzukehren zögerte, deſto mehr fand überdies Mazarin, vierzig Millionen lohnen ſich ſchon der Mühe, daß man etwas wage, und beſonders etwas ſo Hypothetiſches wie die Seele.

In ſeiner Eigenſchaft als Cardinal und erſter Mi⸗ niſter war Mazarin etwas Atheiſt und ganz und gar Materialiſt.

So oft die Thüre ſich öffnete, wandte er ſich daher raſch um, im Glauben, ſeine unglückliche Schenkung würde durch dieſe Thüre zurückkehren; doch in ſeiner Hoffnung getäuſcht, legte er ſich mit einem Seufzer wieder nieder, und nahm ſeinen Schmerz um ſo hefti heßnuieder auf, als er ihn einen Angenblick vergeſſe

atte.

Anna von Oeſterreich war auch dem Cardinal ge⸗ folgt; ihr Herz, obgleich durch das Alter ſelbſtſüchtig geworden, konnte es ſich nicht verſagen, dieſem Ster⸗ benden eine Traurigkeit kundzugeben, die ſie ihm, wie die Einen ſagten, als Frau, wie die Andern ſagten, als

Souverainin ſchuldig war.