Teil eines Werkes 
7.-10. Bändchen (1848)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

— K—— 8 2

—

45

ſagen, Anna von Oeſterreich anzugehören fortfuhr, dem Köͤnig gegenüber.

„Ihr wißt, Herr Fouquet, daß Seine Eminenz ſehr krank iſt?“ ſprach der König.

„Ja, Sire, ich weiß es,“ antwortete Fouquet,„der Cardinal iſt in der That ſehr krank. Ich war auf mei⸗ nem Landgute Vaux, als die Nachricht ſo dringend bei mir eintraf, daß ich Alles verließ.“

„Ihr habt dieſen Abend Vaux verlaſſen, mein Herr?“

„Vor anderthalb Stunden, ja, Eure Maieſtät,“ antwortete Fouquet, indem er auf eine ganz mit Bril⸗ lanten beſetzte Uhr ſchaute.

„Anderthalb Stunden,“ ſagte der König, mächtig genug, um ſeinen Zorn zu bemeiſtern, doch nicht, um ſein Erſtaunen zu verbergen.

„Ich verſtehe, Sire, Eure Majeſtät zweifelt an meinem Wort, und ſie hat Recht; doch wenn ich ſo raſch gekommen bin, iſt es wahrhaftig ein Wunder. Man ſchickte mir aus England drei Paar Pferde, welche, wie man mich verſicherte, ſehr raſch ſein ſollten; ſie waren von vier zu vier Stunden aufgeſtellt, und ich probirte ſie dieſen Abend. Sie haben in der That den Weg von Vaur nach dem Louvre in anderthalb Stun⸗ den zurückgelegt, und Eure Majeſtät ſieht, daß ich nicht betrogen worden bin.“

7 Die Königin Mutter lächelte mit einem geheimen eid.

Fouquet kam dieſem ſchlimmen Gedanken entgegen und fügte raſch bei:

„Solche Pferde, Madame, ſind auch nicht für Un⸗ terthanen, ſondern für Könige gemacht, denn die Kö⸗ nige dürfen nie irgend Jemand, in was es auch ſein mag, nachſtehen.“ 1

Der König erhob das Haupt.

„Ihr ſeid aber nicht König, daß ich wüßte, Herr Fouquet,“ ſprach Anna von Oeſterreich.

„Madame, die Pferde warten auch nur auf einen