ε8 uS&—
82„Gebt,“ ſprach der K
43 8* anſchauend,„man ſollte in der That glauben, Ihr hät⸗ tet mir etwas mehr zu verkündigen.“
„Ich habe durchaus nichts, mein Sohn; Ihr muß⸗ tet nur dieſen Abend bemerken, daß der Herr Cardinal ſehr krank iſt.“
Ludwig ſchaute ſeins Mutter an: er ſuchte eine Er⸗ ſchütterung ihrer Stimme, einen Schmerz in ihrer Phyſiognomie. Das Geſicht von Anna von Oeſterreich
ſchien leicht angegriffen; doch dieſes Leiden hatte einen ganz perſönlichen Charakter. Vielleicht wurde die Ver⸗ änderung durch den Krebs veranlaßt, der ſchon an ihrer
Bruſt zu nagen anfing.
„Ja, Madame,“ ſagte der König,„ja, Herr von Mazarin iſt ſehr krank.“
„Und es wäre ein großer Verluſt für das Reich, wenn Seine Eminenz von Gott abberufen würde. Iſt meine Meinung nicht auch die Eurige, mein Sohn 24 fragte Anna von Oeſterreich.
„Ja, Madame, ja, gewiß, es wäre ein großer Verluſt für das Köoͤnigreich,“ antwortete Ludwig errö⸗ thend;„doch die Gefahr iſt nicht ſo bedeutend, wie mir ſcheint... und überdieg iſt der Herr Cardinal noch
jung. Kaum hatte der 85 dieſe Worte geſprochen, als ein Huiſſier den Vorhang ufhob und unter der Thüre ſtehen blieb, wo er, ein Papier in der Hand, wartete, bis ihn der König fr rde. „Was wollt Ihr „Eine Sendung v⸗ wortete der Huiſſter.
te der König. en von Mazarin,“ ant⸗
Und er nahm das Papier. Doch in dem Augen⸗ blick, wo er es öffnen wollte, entſtand ein gewaltiger zienen in der Gallerie, in den Vorzimmern, im
0
„Ah! ahl4 ſprach Ludwig XIV., der ohne Zweifel
dieſes dreifache Geräuſch erkannte,„was ſagte ich doch,


