Teil eines Werkes 
7.-10. Bändchen (1848)
Entstehung
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allmächtig ſind.“ℳ

Mutter mit einem ſchmerzlichen Lächeln bei, das bewies,

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meines Lehrers und hätte einen rhetoriſchen Gegenſtand zu entwickeln.“

„Mein Sohn,“ erwiederte Anna von Oeſterreich, den Kopf ſchüttelnd,„Ihr habt Unrecht, nicht auf mein Wort zu bauen; Ihr habt Unrecht, mir kein Vertrauen zu ſchenken. Es wird ein Tag kommen, ein Tag, der vielleicht nahe iſt, wo Ihr Euch nothwendig werdet des Arioms erinnern müſſen:„„Das Gold iſt die Allmacht, und nur diejenigen allein ſind wahrhaft Köonige, welche

„Es iſt aber nicht Eure Abſicht, die Reichen dieſes Jahrhunderts zu ſchmähen?“ verſetzte der König.

„Nein,“ antwortete Anna von Oeſterreich raſch, „nein, Sire; diejenigen, welche in dieſem Jahrhundert unter Eurer Regierung reich ſind, ſind es, weil Ihr es ſo habt wollen, und ich hege weder Groll, noch Neid 4 gegen ſie; ſie haben ohne Zweifel Eurer Majeſtät ſo gut gedient, daß ſie ihnen ſich ſelbſt zu belohnen er⸗ laubte. Dies meinte ich mit den Worten, die Ihr mir zum Vorwurf zu machen ſcheint,/,,

„Gott behüte mich, Madame, daß ich meiner Mut⸗ ter je etwas zum Vorwurf mache.“

„»Ueberdies,“ fuhr Anna von Oeſterreich fort,„über⸗ dies gibt der Herr die Güter der Erde nur immer für eine gewiſſe Zeit; der Herr hat als auflöſende Mittel für Ehren und Reichthümer das Leiden, die Krankheit, den Tod geſchaffen; und Niemand,“ fügte die Königin

daß ſie auf ſich ſelbſt dieſen traurigen Lehrſatz anwandte, „Niemand nimmt ſeine Habe oder ſeine Größe in das Grab mit. Dadurch erfolgt, daß die Jungen die Früchte der für die Alten bereiteten üppigen Ernte einheimſen.“ Ludwig horchte mit wachſender Aufmerkſamkeit auf dieſe von Anna von Oeſterreich, offenbar in einer tröſt⸗ lichen Abſicht, ſtark betonten Worte. „Madame,“ ſagte Ludwig XIV., ſeine Mutter feſt