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aufzuklären, Feldherren, um den Ausgang der Schlachten zu errathen, Aerzte, um die Krankheiten zu heilen. Ludwig XIV., den ſeine Mutter dieſes Ariom wie ſo viele andere gelehrt hatte, begriff, daß Seine Emi⸗ nenz Monſeigneur der Cardinal Mazarin ſehr krank war. Kaum hatte Anna von Oeſterreic die junge Kö⸗ nigin in ihre Gemächer zurückgeführt und ihre Stirne von der Laſt des Ceremonienſchmuckes erleichtert, als ſie ihren Sohn in dem Cabinet aufſuchte, wo er allein, düſter und das Herz geſchworen, gleichſam um ſeinen Willen zu üben, über ſich ſelbſt eine von jenen dumpfen und furchtbaren Stimmungen des Zorns, eines Königs⸗ zorns, ergehen ließ, welche Stimmungen, wenn ſie zum Ausbruch kommen, Ereigniſſe werden und bei Ludwig XIV., in Folge ſeiner wunderbaren Selbſtbeherrſchung, ſo liebreiche Stürme wurden, daß ſein aufbrauſendſter, ſein einziger Zorn, der, welchen Saint⸗Simon mit Ver⸗
wunderung bezeichnet, der bekannte Zorn war, welcher
fünfzig Jahre ſpäter wegen eines Verſtecks des Herrn Herzogs du Maine losbrach und zum Reſultat einen
Hagel von Stockſtreichen auf den Rücken eines armen
Lackeien hatte, der ein Zwieback geſtohlen.
Der König war alſo, wie wir geſehen, einer ſchmerzlichen Aufregung preisgegeben, und ſagte zu ſich ſelbſt, indem er ſich in einem Spiegel betrachtete:
4„O König!... Koͤnig dem Namen und nicht der
Sache nach! Phantom, leeres Phantom, das du biſt! träge Bildſäule ohne eine andere Macht, als die, eine Begrüßung bei den Höflingen hervorzurufen, wann wirſt du deinen Sammetarm erheben, deine ſeidene Hand ſchließen können? Wann wirſt du, um etwas Anderes zu thun, als zu ſeufzen oder zu lächeln, deine zur
albernen Unbeweglichkeit des Marmors einer Gallerie
verdammten Lippen öffnen können?“
Dann fuhr er mit der Hand über ſeine Stirne, trat Luft ſuchend an das Fenſter und ſah unten einige Cavaliere„ welche unter ſich plauderten, und einige


