39
die Hände mit dem Vertrauen eines Arbeiters reibend, der ſeinen Tag gut angewendet hat.
VII.
Wie Anna von Oeſterreich Ludwig XIV. einen
Rath gab, und wie Herr Fonquet ihm einen andern gab.
Die Nachricht von dem nahe bevorſtehenden Ende des Cardinals verbreitete ſich raſch und zog wenigſtens ebenſo viele Menſchen in den Louvre, als die Kunde von der Verheirathung von Monſteur, dem Bruder des Königs, welche ſchon officiell veröffentlicht worden war.
Kaum war Ludwig XIV. in ſeine Gemächer, noch ganz träumeriſch über die Dinge, die er an dieſem Abend geſehen oder gehört hatte, zuruͤckgekehrt, als der Huiſ⸗ ſier meldete, dieſelbe Menge von Höoflingen, die ſich am Morgen zur Aufwartung gedrängt, zeige ſich abermals bei ſeinem Schlafengehen, eine ganz beſondere Auszeich⸗ nung, welche man ſeit der Regierung des Cardinals, äußerſt indiscret in ſeiner Bevorzugung, ohne ſich viel darum zu bekümmern, ob es dem König mißfallen dürfte, dem Miniſter zugeſtanden hatte.
Doch der Miniſter war, wie geſagt, von einem ſehr ſchweren Gichtanfall heimgeſucht worden, und die Fluth der Schmeichelei ſtieg gegen den Thron.
Die Höflinge haben den wunderbaren Inſtinct, zum Voraus alle Ereigniſſe zu riechen; die Hoflinge beſitzen die oberſte Wiſſenſchaft: ſie ſind Diplomaten,
um die großen Entwickelungen ſchwieriger Umſtände


