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3„Ja; doch Ihr kennt die Hauptumſtände der Frage „ nicht.“ ſt„Es gibt nichts, was ich nicht wüßte, Monſeig⸗ neur; ſeit zehn Jahren durchgehe ich alle Colonnen von Zahlen, welche in Frankreich gemacht werden, und wenn ich ſie auch nur ſehr mühſam in meinen Kopf genagelt habe, ſo ſtehen ſie nun doch darin ſo feſt, daß ich von der Küche von Herrn Letellier, der ſehr nüchtern iſt, 3 bis zu den kleinen geheimen Freigebigkeiten von Herrn . Fouquet, der ein Verſchwender iſt, Zahl für Zahl alles u Geld herſagen könnte, das von Marſeille bis Cherbourg g ausgegeben wird.“ 6„Ihr möchtet alſo gern, daß ich all mein Geld in die Kaſſen des Königs wärfe!“ rief ironiſch der Car⸗
n dinal, dem zugleich die Gicht mehrere ſchmerzliche Seuf⸗ n zer entriß.„Der König würde mir hierüber ſicherlich n keine Vorwürfe machen, aber er würde, meine Millio⸗
nen verzehrend, über mich ſpotten, und er hätte Recht.“ „Eure Eminenz hat mich nicht verſtanden. Ich habe f entfernt nicht behauptet, der König müßte Euer Geld
ausgeben.“— -„Ihr ſagt es ganz klar, wie mir ſcheint, indem 1 Ihr mir rathet, es ihm zu ſchenken.“
35„Ah!“ erwiederte Colbert,„von ihrem Leiden an⸗ gegriffen, verliert Eure Eminenz den Charakter Seiner n Maeſtat Karin Ludwig XIV. ganz aus dem Blick.“ s„Wie ſo??— 2„Dieſer Charakter gleicht, glaube ich, wenn ich mich ſo ausdrücken darf, dem, welchen Monſeigneur ſo eben dem Theatiner gebeichtet hat.“ „Drückt Euch immerhin aus; das iſt?“ „Die Hoffart. Verzeiht, Monſeigneur, der Stolz, wpollte ich ſagen. Die Könige haben keine Hoffart, denn das iſt eine menſchliche Leidenſchaft.“ „Die Hoffart, ja, Ihr habt Recht; hernach...“ „Nun, Monſeigneur, wenn ich es richtig getroffen 5


