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„Ein Theatiner, Monſeigneur, iſt ein ſchlechter Richter, was Finanzen betrifft,“ erwiederte mit kaltem Tone Colbert.„Es wäre indeſſen möglich, daß Seine Eminenz nach ihren theologiſchen Anſichten ein gewiſſes Unrecht hat. Es iſt das immer ſo, wenn man ſtirbt.“
„Man hat vor Allem das, zu ſterben, Colbert.“
„Das iſt wahr, Monſeigneur. Gegen wen findet Euch der Theatiner im Unrecht? gegen den König?“
Mazarin zuckte die Achſeln.
„Als ob ich nicht ſeinen Staat und ſeine Finanzen gerettet hätte.“
„Das duldet keinen Widerſpruch, Monſeigneur.“
„Nicht wahr? Ich hätte alſo trotz der Anſichten meines Beichtvaters auf eine ſehr rechtmäßige Weiſe einen Lohn verdient?“
„Das unterliegt keinem Zweifel.“ 5
„Und ich könnte ſogar für meine ſo dürftige Fa⸗ milie einen guten Theil von dem, was ich gewonnen habe, oder ſogar Alles behalten?“
„Ich ſehe kein Hinderniß hiegegen, Monſeigneur.“
„Ich war überzeugt, ich würde, mich mit Euch be⸗ rathend, eine weiſe Anſicht vernehmen,“ ſprach Maza⸗ rin ganz freudig. dert Colbert machte ſeine Pedantengrimaſſe und erwie⸗
erte:
„Monſeigneur, man müßte indeſſen wohl erwägen, ob das, was der Theatiner geſagt hat, nicht eine Falle iſt.“ „ Nein! eine Falle?... warum? Der Theatiner iſt ein ehrlicher Mann.“
„Er glaubte Eure Eminenz vor den Pforten des Grabes, da Eure Eminenz ihn zu Rath zog... Habe ich ihn nicht zu Euch ſagen hören:„„unterſcheidet das, was Euch der Koönig gegeben hat, von dem, was Ihr Euch ſelbſt gegeben habt...““ Sucht wohl, Monſeigneur, ob er das nicht zu Euch ſagte; das iſt ſo ziemlich ein Theatinerwort.“
Die drei Musketiere. Bragelonne. 111. 3
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