Teil eines Werkes 
7.-10. Bändchen (1848)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

29

„Nennt ſie immerhin, ich werde ſie qualificiren.“ „Eine ſehr große Sünde, mein Ehrwürdiger.“ „Wir werden ſehen, Monſeigneur.“

„Ihr habt unfehlbar von einem gewiſſen Verhält⸗ niß gehört, in dem ich mit Ihrer Majeſtät der Königin Mutter gelebt haben ſoll... Die Böswilligen...“

„Die Boswilligen, Monſeigneur, ſind Dummköpfe;

mußtet Ihr nicht für das Wohl des Staats und im Intereſſe des jungen Königs in gutem Einvernehmen mit der Königin leben? Weiter, weiter...“

„Ich verſichere Euch, daß Ihr mir eine furchtbare Laſt von der Bruſt nehmt,“ ſprach Mazarin.

„Das ſind Alles nur Lappereien! ſucht ernſte Dinge.“

„Es hat viel Ehrgeiz obgewaltet, mein Ehrwür⸗ diger.“

4„So geht es bei großen Sachen, Monſeigneur.“

„Selbſt das Gelüſte nach der Tiara.“

„Papſt ſein heißt der erſte Chriſt ſein... Warum ſolltet Ihr das nicht gewünſcht haben?“ 3

„Man hat gedruckt, ich habe, um dies zu erreichen, Cambray an die Sbanier verkauft.“

„Ihr habt vielleicht ſelbſt Pamphlete gemacht, ohne die Pamphletiſten zu ſehr zu verfolgen.“

„Dann, mein Ehrwürdiger, iſt mein Herz ſehr ſau⸗ ber. Ich fühle nur noch leichte Sünden...“

„Nennt ſie.“

„Das Spiel.“

„Das iſt ein wenig weltlich; doch Ihr waret durch Eure hohe Stellung verpflichtet, ein Haus zu machen.“

„Ich gewann gern.“ 44

„Kein Spieler ſpielt, um zu verlieren.“

„Ich betrog wohl auch ein wenig...“

„Ihr waret auf Euren Vortheil bedacht. Weiter.“

„Mein Ehrwürdiger, nun fühle ich nichts mehr auf meinem Gewiſſen. Gebt mir die Abſolution, und meine Seele kann, wenn ſie Gott zu ſich ruft, ohne

Sinderniß zu ſeinem Thron emporſteigen.“

.