Teil eines Werkes 
7.-10. Bändchen (1848)
Entstehung
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Ihr ſeid ein frecher Burſche und habt nichts ge⸗ ſehen! rief Mazarin zornig;entfernt Euch, und war⸗

tet auf mein weiteres Belieben!

Während er dieſe Worte mit einer ganz italieni⸗ ſchen Spitzfindigkeit ſagte, entriß er das Päckchen den Händen von Colbert und kehrte in ſeine inneren Ge⸗ mächer zurück.

Doch dieſer Zorn konnte nur ſo lange dauern, bis ein kälteres Urtheil an ſeine Stelle trat.

Jeden Morgen, wenn Mazarin die Thüre ſeines Cabinets öffnete, fand er das Geſicht von Colbert als Schildwache im Vorzimmer, und dieſes unangenehme Geſicht bat ihn demüthig, aber beharrlich um den Brief der Königin Mutter. 3

Mazarin konnte nicht dagegen Stand halten und mußte den Brief zurückgeben. Er begleitete dieſe Wie⸗ dererſtattung mit einer ſehr harten Strafpredigt, wäh⸗

rend welcher Colbert ſich nur damit beſchäftigte, daß

er das Papier, die Charaktere und die Unterſchrift prü⸗ fend beſchaute, abwog und ſogar beroch, nicht mehr und nicht minder, als hätte er es mit dem letzten Fälſcher des Königreichs zu thun gehabt. Mazarin ließ ihn noch härter an, doch Colbert ging, als er die Gewißheit er⸗ langt hatte, daß es der ächte Brief war, unempfindlich und wie mit Taubheit geſchlagen, weg. Dieſes Beneh⸗ men trug ihm ſpäter den Poſten von Jonbert ein, denn ſtatt einen Groll gegen ihn zu hegen, bewunderte ihn Mazarin und wünſchte eine ſolche Treue für ſich zu ge⸗ winnen..

Man erſieht aus dieſer Geſchichte allein, wie der Geiſt von Colbert beſchaffen war. Allmälig ſich entrol⸗ lend, werden die Ereigniſſe alle Federn dieſes Geiſtes frei arbeiten laſſen.

Colbert brauchte nicht lange, um ſich beim Cardi⸗ nal in Gunſt zu bringen: er wurde ihm ſogar unent⸗ behrlich. Der Commis kannte alle ſeine Rechnungen, ohne daß der Cardinal je mit ihm davon ſprach. Die⸗

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