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„Nun, Guénaud? Was für eine Miene nehmt Ihr an 2“
„Ich nehme die Miene an, die man haben muß, wenn man Euer Uebel ſieht, Monſeigneur, ein ſehr ge⸗ fährliches Uebel.“
„Die Gicht... Ohl ja, die Gicht.“
„Mit einer Zuthat von andern Uebeln, Monſeigneur.ℳ
Mazarin erhob ſich auf einen Ellenbogen und fragte gleichſam mit dem Blick und der Geberde:
„Was ſagt Ihr mir da? Bin ich kranker, als ich glaubte?“
„Monſeigneur,“ ſprach Guénaud, während er ſich an das Bett des Cardinals ſetzte,„Eure Eminenz hat viel in ihrem Leben gearbeitet; Eure Eminenz hat viel
elitten.“
4„Aber ich bin nicht alt, wie mir ſcheint... Der ſelige Herr von Richelieu zählte nur ſiebzehn Monate weniger als ich, als er ſtarb und zwar an einer tödtli⸗ chen Krankheit ſtarb. Ich bin jung, Guénaud, bedenkt das wohl, ich bin kaum zweiundfünfzig Jahre alt.“
„Ah! Monſeigneur, Iht ſeid viel älter... Wie lange hat die Fronde gedauert?“
„Zu welchem Ende fragt Ihr mich das?“
„Zu einer mediciniſchen Berechnung, Monſeigneur.“
„So etwa zehn Jahre...“
„Sehr gut; wollt jedes Jahr der Fronde zu drei Jahren rechnen, das macht dreißig; zwanzig und zwei und fünfzig aber machen zwei und ſiebzig Jahre, und das iſt ein hohes Alter.“
Während er dies ſagte, fühlte er dem Kranken den Puls. Dieſer Puls war ſo voll von unerfreulichen Prognoſtiken, daß der Arzt ſogleich, trotz der Unterbre⸗ chungen des Kranken fortfuhr:
„Setzen wir die Jahre der Fronde eines zu vier, ſo habt Ihr zwei und achzig Jahre gelebt.“
Mazarin wurde ſehr bleich und ſagte mit erloſche⸗ ner Stimme: 4


