113
vor dem Herrn Prinzen und vor Athos vorüberkam, welche ſich Beide tief verbeugten.
Der Chevalier ſchleuderte dem jungen Herzog einen ſo ghaſſgen Blick zu, daß der Graf de la Foͤre darob erbebte.
„Ihr! Euch heirathen!“ wiederholte er,„ohl das iſt unmöglich; Ihr ſolltet dieſe Thorheit begehen?“
„Bah! ich begehe ſie nicht; man läßt ſie mich be⸗ gehen,“ erwiederte der Herzog von Anjou...„Doch komm geſchwinde und laß uns unſer Geld ausgeben.“
Hienach verſchwand er mit ſeinem Gefährten, la⸗ chend und plaudernd, während alle Stirnen ſich auf ſei⸗
nem Wege beugten.
Da ſprach der Herr Prinz leiſe zu Athos:
„Das iſt alſo das Geheimniß?“
„Ich habe das nicht geſagt, Monſeigneur.“
„Er heirathet die Schweſter von Karl II?“
„Ich glaube ja.“
Der Prinz dachte einen Augenblick nach, und ſein Auge ſchleuderte einen ſcharfen Blitz.
„Ah!“ ſagte er langſam, als ob er mit ſich ſelbſt ſpräche,„die Schwerter werden abermals an den Nagel gehängt... auf lange Zeit!“ Und er ſeufzte.
Alles, was dieſer Seufzer an dumpf erſticktem Ehr⸗ geiz, an erloſchenen Illuſionen, an getäuſchten Hoff⸗ nungen enthielt, nur Athos allein errieth es, denn er allein hatte den Seufzer gehört.
Alsbald verabſchiedete ſich der Herr Prinz und der König ging weg.
Mit einem Zeichen, das er Bragelonne machte, wie⸗ derholte Athos an dieſen die Einladung, die er am An⸗ fang dieſer Scene gegen ihn ausgeſprochen.—
Allmälig leerte ſich das Gemach und Mazarin blieb allein, Leiden preisgegeben, die er nicht einmal zu ver⸗ bergen trachtete.
„Bernouin! Bernouin!“ rief er mit gebrochener Stimme.


