Teil eines Werkes 
7.-10. Bändchen (1848)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

N

9

erhabenen Prinzen des Hauſes Condé mehr einen Adler⸗ ſchnabel, als eine menſchliche Naſe verlieh.

Dieſer durchdringende Blick, dieſer gebieteriſche Ausdruck des ganzen Geſichtes beunruhigten gewöhnlich diejenigen, an welche der Prinz das Wort richtete, mehr als es die Majeſtät oder die regelmäßige Schönheit des Siegers von Rocroy gethan hätten. Ueberdies ſtieg die Flamme ſo ſchnell in dieſe hervorſpringenden Augen, daß bei dem Herrn Prinzen jede Belebtheit dem Zorn glich. Wegen ſeines Ranges reſpectirte Jedermann bei Hof den Herrn Prinzen, und Viele, welche nur den Menſchen ins Auge faßten, trieben den Reſpect ſogar bis zum Schrecken.

Ludwig von Condé ging alſo auf den Grafen de la Féère und auf Raoul mit der offenbaren Abſicht zu, von dem Einen begrüßt zu werden und den Andern an⸗ zureden.

Niemand grüßte mit mehr zurückhaltender Anmuth, als der Graf de la Fère. Er verachtete es, in eine Verbeugung alle die Nuancen zu legen, die ein Höfling gewöhnlich nur von einer und derſelben Farbe entlehnt: vom Verlangen, zu gefallen. Athos kannte ſeinen per⸗ ſönlichen Werth und begrüßte einen Prinzen wie einen Menſchen, wobei er durch etwas Sympathetiſches, Un⸗ erklärbares das milderte, was ſeine unbeugſame Hal⸗ tung Verletzendes für den Stolz des höheren Ranges haben konnte. Der Prinz wollte mit Raoul reden. Athos kam ihm zuvor und ſagte: 4

Wenn der Herr Vicomte von Bragelonne nicht einer der unterthänigſten Diener Eurer Hoheit wäre, ſo würde ich ihn bitten, meinen Namen vor Euch, mein Prinz, auszuſprechen.

Ich habe die Ehre, mit dem Herrn Grafen de la Fore zu reden, ſagte ſogleich Herr von Condé.

Mein Beſchützer, fügte Raoul erröthend bei.

Einer der redlichſten Männer des Königreichs, ſprach der Prinz,einer der erſten Edelleute von Frank⸗