Teil eines Werkes 
3.-6. Bändchen (1848)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

er wußte, daß Aramis ein Mann von Ordnung war und gewöhnlich viele Dinge in ſeiner Wohnung zu ver⸗ bergen hatte, ſo ſetzte ihn dies durchaus nicht in Er⸗ ſtaunen. Er griff alſo, obſchon es ihm vergleichungs⸗ weiſe noch härter vorkam, das Bett ebenſo muthig an, als er das Huhn angegriffen hatte, und da ſein Schlaf ſo gut war als ſein Appetit, ſo brauchte er kaum mehr Zeit, um zu entſchlummern, als er gebraucht hatte, um den letzten Knochen ſeines Bratens auszuſaugen.

Seitdem er bei Niemand mehr im Dienſt ſtand, war es Vorſatz vön d'Artagnan, einen ebenſo harten Schlaf zu haben, als er früher einen leichten gehabt hatte; aber wie redlich und entſchieden er auch die⸗ ſen Vorſatz gefaßt, und wie groß ſein Verlangen war, ihn gewiſſenhaft zu halten, er wurde dennoch mitten in der Nacht durch einen gewaltigen Lärmen von Wagen und berittenen Lackeien aufgeweckt. Eine plötzliche Beleuchtung überſtrömte die Wände ſeines Zimmers; er ſprang im Hemd aus dem Bette und lief ans Fenſter.

„Kommt der König zufällig zurück?“ dachte er, ſich die Augen ausreibend;„denn das iſt in der That ein Gefolge, das nur einer königlichen Perſon gehören kann.“

„Es lebe der Herr Oberintendant!“ rief oder ſchrie vielmehr an einem Fenſter des Erdgeſchoſſes eine Stimme, in welcher er die von Bazin erkannte, der, während er ſchrie, mit einer Hand ein Sacktuch ſchwang und in der andern einen großen Leuchter hielt.

D'Artagnan ſah nun etwas wie eine glänzende menſchliche Geſtalt ſich aus dem Schlage der Haupt⸗ carroſſe neigen; zu gleicher Zeit ließ ein, ohne Zweifel durch das ſeltſame Ausſehen von Bazin erregtes, langes Gelächter, das aus derſelben Carroſſe hervorkam, wenn man ſo ſagen darf, einen freudigen Streifen auf dem Wege des raſchen Zuges zurück. „Ich hätte wohl ſehen müſſen, daß es nicht der