Weg oder um eine alltägliche Auskunft zu fragen. Bei dergleichen Dingen, wenn nicht ein ſehr weſentlicher Irr⸗ thum zu befürchten war, verließ er ſich auf ſeinen Scharfſinn, der ihn nie trügte, auf eine dreißigjährige Erfahrung, und auf die Gewohnheit, in den Phyſiogno⸗ mien der Häuſer wie in denen der Menſchen zu leſen.
In Melun fand er ſogleich das Pfarrhaus, ein reizendes Haus von rothem Backſtein mit Gypsanwurf, mit Jungfernreben, die ſich an den Dachrinnen hinrank⸗ ten, und einem ſteinernen Kreuz. Aus der unteren Stube dieſes Hauſes drang ein Geräuſch oder vielmehr ein Gemiſche von Stimmen hervor, ähnlich dem Ge⸗ zwitſcher der Vögelchen, wenn die Brut unter dem Flaum ausgeſchlüpft iſt. Eine von dieſen Stimmen buchſtabiyte
ganz deutlich das Alphabet. Eine fette und zugleich flötenartige Stimme zankte die Schwätzer und corrigirte die Fehler des Leſers. 4.
D'Artagnan erkannte dieſe Stimme, und da das
Fenſter der unteren Stube offen war, ſo neigte er ſich, noch zu Pferde ſitzend, unter den Zweigen der Weinſtoͤcke und der rothen Ranken der Jungfernreben und rief: 3
„Bazin, mein lieber Bazin, guten Morgen.“ 8
Ein kurzer, dicker Mann mit glattem Geſicht und einem Schädel, der mit einem Kranze kurzgeſchnittener grauer Haare geſchmückt war, was eine Nachahmung der Tonſur bildete, ſtand auf, als er d'Artagnan hörte. Wir hätten nicht ſagen ſollen, ſtand auf, ſondern ſprang auf. Bazin ſprang auf und warf dabei ſeinen niedrigen kleinen Stuhl um, welchen die Kinder mit lebhafteren Schlachten wieder aufzuheben ſuchten, als die Griechen ſchlugen, da ſie den Trojanern den Leich⸗ nam des Patroklos entreißen wollten. Bazin ſprang nicht nur, ſondern er ließ ſogar das Alphabet, das er 4
in der Hand hielt, und die Ruthe fallen. 3 „Ihr!“ fagte er,„Ihr, Herr d'Artagnan!“ „Ja, ich. Wo iſt Aramis... nein, der Herr


