der Zimmer von Karl. Den Kopf in ſeinen beiden Händen und die Ellenbogen auf einem Tiſch, hatte der unglückliche König die Nacht in Thränen hingebracht, während der alte, ſchwächliche Parry, müde an Körper
und Geiſt, in einem Winkel eingeſchlafen war. Er hatte
ein ſeltſames Schickſal, dieſer getreue Diener, der bei der zweiten Generation die ſchreckliche Reihenfolge von Unglücksfällen, die auf der erſten gelaſtet, wieder an⸗ fangen ſah. Als Karl II. die neue Niederlage, die er erlitten, wohl überdacht, als er die völlige Vereinzelung begriffen hatte, in die er, da ſeine neuſte Hoffnung abermals entſchwunden, verſunken war, da ergriff ihn ein Schwindel und er ſiel rückwärts in den Lehafluhl, auf deſſen Rand er geſeſſen hatte.
Nun aber bekam Gott Mitleid mit dem unglückli⸗ chen Prinzen und ſandte ihm den Schlaf, den unſchul⸗ digen Bruder des Todes. Er weckte ihn erſt um halb
ſieben Uhr, als die Sonne bereits in ſein Zimmer ſchien
und Parry, unbeweglich, aus Furcht, ihn aufzuwecken, mit tiefem Schmerz die ſchon durch das Wachen ge⸗ rötheten Augen, die ſchon durch das Leiden und die Entbehrungen gebleichten Wangen betrachtete.
Endlich erwachte Karl beim Lärmen einiger ſchweren Wagen, welche gegen die Loire hinabfuhren. Erſtand auf, ſchaute umher wie ein Menſch, der Alles vergeſſen hat, erblickte Parry, drückte ihm die Hand und befahl ihm, die Rechnung mit Meiſter Cropole in Ordnung zu bringen. Genöthigt, mit Parry zu rechnen, entledigte ſich Meiſter Cropole dieſes Geſchäftes als ein ehrlicher Mann, was nicht zu leugnen iſt; er machte nur ſeine gewöhnlichen Bemerkungen, nämlich daß die zwei Reiſenden nichts gegeſſen, was ein doppelter Nach⸗ theil für ſein Haus ſei, einmal, weil es demüthigend für ſeine Küche eerſcheinen müſſe, und dann, weil es ihn
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nöthige, den Preis für ein Mahl zu verlangen, das 4
unbenützt geblieben, darum aber nicht minder verloren 4


