Teil eines Werkes 
2. Bd. (1859)
Entstehung
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letzten Seufzer Ihres Gatten in Empfang nehmen wollen, ſo iſt es die höchſte Zeit.

Die Neuvermählte warf ſich über Gratien hin, aber bevor ihre Lippen die des Verwundeten be⸗ rühren konnten, hatte die Seele den Körper ver⸗ laſſen. 3

Gratien hatte den letzten Seufzer ausgehaucht.

Black, an welchen Niemand dachte, ließ eine lange grauenvolle Klage vernehmen, ſo daß ſämmt⸗ liche Anweſende von einem kalten Schauer erfaßt wurden. 4

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Der Chevalier de la Graverie brauchte lange Zeit, bis er ſich von der furchtbaren Gemüthsbewe⸗ gung erholte, welche dieſe Kataſtrophe und die Um⸗ ſtände die ihr vorhergegangen ihm verurſacht hatten.

Nur andere Sorgen und andere Bekümmerniſſe vermochten ihn zu zerſtreuen.

Die Frau Baronin von Elbene war Mutter geworden, und für ein ſo eindrucksfähiges Herz wie der Chevalier wurde der neue Ankömmling das Kind war ein Knabe Gegenſtand vielfacher Seelenangſt.

Er beſchäftigte ſich zu gleicher Zeit mit der Wahl der Amme und mit der Verpflegung der Wöchnerin und des Kindes, und als ob es mit dieſen Sorgen nicht genug geweſen wäre, ſpiegelte ſeine Einbil⸗ dungskraft, die augenſcheinlich die Zeit hereinholen wollte, welche ſie in gänzlicher Erſtarrung hinge⸗ bracht hatte, ihm auf einmal die Entwöhnung, die Kindheit, die Jugend und das Mannesalter des Wickelkindes vor. Er dachte an die Mittel, die er