Teil eines Werkes 
2. Bd. (1859)
Entstehung
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drückte, während er ihre Stirne mit Küſſen bedeckte.

Mord! Element! rief er, als er ſich aus die⸗ ſer Umſtrickung losgemacht hatte,jetzt bin ich reich⸗ lich für Alles belohnt was ich für Dich gethan habe, mein Kind! O, wie wonnevoll iſt es doch ſich wieder zu ſehen und zu umarmen, während man ſo nahe daran war auf immer getrennt zu werden! Nein, bei Gott, es gibt Nichts auf Er⸗ den, was dieſem Glück gleichkäme!

Dann hielt er plötzlich inne und fügte, als er⸗ ſchräcke er über ſich ſelbſt, hinzu:

Nun wohlan, es ſcheint mir aber Zeit zu ſein, daß ich wieder in meine gewöhnliche Stimmung komme; ſeit zwei Tagen fluche ich wie ein Heide, was mir ſelbſt bei meinen großen Zornesausbrüchen gegen Marianne nie begegnet war. Daß Dich der Has beiß! Jetzt würde die gute Stiftsdame mich nicht mehr erkennen.

Lieber Vater, ſagte Thereſe, indem ſie den Chevalier von Neuem umhalste,ſelbſt in meinen ehrgeizigſten Träumen hätte ich niemals das zu wünſchen gewagt, was mir heute widerfährt.

Dann ging ſie auf einen andern Ideenkreis über und ſagte:

Ach, meine arme Mutter iſt alſo todt? O, wir wollen recht oft von ihr ſprechen, nicht wahr?

Herr Chalier warf einen Blick voll Mitleid und Angſt auf den Chevalier.

Aber dieſer ſchien von der Frage des jungen Mädchens keineswegs ergriffen zu werden.

O, ganz gewiß werden wir oft von ihr ſpre⸗ chen, antwortete er.Sie war ſo gut, ſie war