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Gratien ſchoß im Gehen.
Die Kugel des jungen Mannes flog durch den Rockkragen des Chevalier, aber ohne ihm auch nur die Haut zu ritzen. 3
Henri drehte ſich lebhaft umz er ſah beide Gegner daſtehen, die Mündung von Gratiens Piſtol rauchte.
Er ſtieß einen Seufzer aus und wandte die Augen ab.
Der Chevalier war ganz betäubt unbeweglich an ſeinem Platz geblieben.
„Ei, ſo ſchießen Sie doch, Herr! ſchießen Sie doch!“ riefen die Zeugen.
Vermuthlich ohne ſich über die wahrſcheinlichen Folgen Rechenſchaft zu geben, hob der Chevalier ſein Piſtol, das an ſeiner Hüfte hinabhing, empor, ſtreckte den Arm aus und feuerte, ohne zu zielen.
„Wie Gott will!“ ſagte er.
Gratien drehte ſich um ſich ſelbſt und ſiel mit dem Geſicht auf die Erde.
Als Henri ſich umwandte, ſah er ſeinen Bruder auf dem Gras ausgeſtreckt. 3
Er ſtieß einen Schrei aus, dann murmelte er:
„Dieß iſt in Wahrheit ein Gottesurtheil!“
Alle liefen auf den Verwundeten zu.
Henri hob ihn auf und hielt ihn in ſeinen Armen.
Der Chevalier war troſtlos und bat ſchluchzend Gott um Verzeihung wegen des Mordes, den er be⸗ gangen habe.
Die Wunde war im höchſten Grad gefährlich.
Die Kugel war unter der ſechsten Rippe rechts in die Bruſt eingedrungen und mußte ſich in die Lunge verloren haben.


